Green Radio | Seminar „Bio für Einsteiger“

Bauernhof statt Berufsschule

10.03.2016

Wer in einem Bioladen arbeitet, sollte auch wissen, was Bio ausmacht - und zwar nicht nur in der Theorie. Deshalb hat der Verband Naturkost Südbayern ein zweitägiges Seminar entwickelt: „Bio für Einsteiger“. Auszubildende der Ökobranche lernen dort, was in der Berufsschule keine Rolle spielt. Zum Beispiel, wie man eine Kuh melkt.

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Seminar für Azubis aus der Öko-Branche

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

Es sind angehende Einzelhandelskaufmänner und -frauen, Fleischfachverkäufer, aber auch Chemielaboranten, Fachkräfte für Lebensmitteltechnik, Industriekaufleute. Ihnen gemein ist: Sie arbeiten in der Bio-Branche. Das dort nötige Spezialwissen lernen sie nicht in der klassischen Berufsschule, sondern vor allem in ihrem eigenen Betrieb. Oder in dem zweitägigen Seminar „Bio für Einsteiger“, das der Verband Naturkost Südbayern für seine Mitglieder anbietet – damit die Azubis später im Kundenkontakt auch wirklich wissen, wovon sie reden.

Neben Vorträgen geht es dabei vor allem um das Erleben in der Praxis: Die Arbeit auf dem Bio-Bauernhof kennenlernen, Brötchen aus biologisch hergestelltem Getreide backen, aber auch mal eine Kuh kraulen.

ernst härter verband naturkost südbayern - privatKloster Plankstetten ist wie ein kleines Dorf. Man kann dort sehr schön die Kette nachvollziehen, wie das Essen vom Acker auf den Teller kommt.Ernst Härterist Geschäftsführer des Verbands Naturkost Südbayern. 

Fortbildung zum Selbstkostenpreis

Den Verband Naturkost Südbayern gibt es seit 1989 mit dem Ziel, die Akteure der Bio-Branche in der Region miteinander zu vernetzen. Die Mitglieder sind überwiegend Einzelhändler wie Bioläden, aber auch Hersteller von Öko-Produkten wie Müsli-Produzenten oder Feinkost-Lieferanten. Sie alle können ihre Auszubildenden zum Seminar „Bio für Einsteiger“ schicken – zum Selbstkostenpreis des Veranstalters von etwa 200 Euro pro Teilnehmer und solange die Plätze reichen.

Das Seminar findet seit fünf Jahren immer im September statt, kurz nach Beginn der Ausbildung, damit die Azubis gleich zum Start ihrer Lehre die Grundlagen mitbekommen: Was macht Öko-Anbau aus? Wo ist der Unterschied zum konventionellen? Welche Anbauverbände gibt es? Wie werden Bio-Produkte gekennzeichnet? Wie wird deren Qualität überprüft?

Frater Andreas Schmidt - privatDie Teilnehmer kochen Apfelmus und backen Brot und Semmeln. Sie jäten aber auch Unkraut in unserer Gärtnerei und füttern die Tiere. Frater Andreas Schmidt ist Verwalter des Klosters Plankstetten und gelernter Bankkaufmann. 

Stall ausmisten, Butter herstellen: Praxis statt Theorie

Theorie nimmt bei dem zweitägigen Seminar jedoch nur einen kleinen Teil ein. Den Großteil der Zeit verbringen die 20 Teilnehmenden bei den Tieren, in der Gärtnerei oder der Verarbeitung – in Küche oder Bäckerei.

Veranstaltungsort ist das Kloster Plankstetten in der Oberpfalz. Dort wird in den vielen verschiedenen Betrieben bereits seit 20 Jahren biologisch angebaut.

  • Kloster Plankstetten. Foto: Benediktinerabtei Plankstetten
  • Kloster Plankstetten. Foto: Benediktinerabtei Plankstetten
  • Kloster Plankstetten. Foto: Benediktinerabtei Plankstetten

Über das besondere Seminar hat detektor.fm-Redakteurin Insa van den Berg mit Ernst Härter, Geschäftsführer des Verbands Naturkost Südbayern, Frater Andreas Schmidt von der Benediktinerabtei Plankstetten und mit Sylvia Haslauer vom Biomarkt La Vida aus Utting gesprochen. Sie schickt ihre Lehrlinge von Anfang an zum Seminar.

sylvia haslauer - bioladen la vidaPraktischer Unterricht ist das Allerbeste. Das Sehen, Fühlen, Selbermachen. Meine Lehrlinge sind von dem Seminar immer ganz begeistert. Sylvia Haslauerist Inhaberin des Biomarkts La Vida aus Utting am Ammersee.  

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