Griechenland: warum eine kontrollierte Pleite den Euro retten kann

14.06.2011

Max Otte warnte als einer der ersten Wissenschaftler vor der Finanzkrise. Heute sagt er: Griechenland und ein eventueller Staatsbankrott ist nicht das Problem. Die überschuldeten USA dagegen schon.

Der Euro mit der Eule: noch gibt es in Griechenland die Euro-Münzen. Ob die Drachme zurückkehrt, ist aktuell noch unklar. / © Thomas Lohnes (dapd)

leitet das Institut für Vermögensentwicklung, ist Professor für Allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre - und warnte 2006 als einer der ersten vor dem Crash.Prof. Max Otteleitet das Institut für Vermögensentwicklung, ist Professor für Allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre - und warnte 2006 als einer der ersten vor dem Crash. 

Griechenland hat es bisher nicht geschafft, die Talfahrt zu stoppen. Trotz einer Milliardenspritze und trotz des EU-Rettungsschirms. Und so klingt der folgende Satz wie ein schlechter Witz: Griechenland hat noch Geld bis Mitte Juli. Danach ist das Land pleite – und kann Gehälter und Renten nicht mehr bezahlen. Jüngst wurde das Land von den Ratingagenturen auf den schlechtesten Status herabgestuft: die griechischen Papiere sind nun, so nennt sich das, „Ramsch“. Und weil die schlechten Nachrichten nicht abreißen, kommen heute die EU-Finanzminister ein weiteres Mal zusammen, um über Hilfsmaßnahmen für Griechenland zu beraten.

Das klingt extrem dramatisch – doch ist es das vielleicht gar nicht. Die Weltwirtschaft habe vielmehr ein ganz anderes Problem – das zumindest sagt der Finanzexperte Max Otte. Seiner Meinung nach ist die Griechenland-Pleite schon vor einem Jahr klar gewesen – und der Euro habe sie erst hervorgerufen. Warum eine griechische Staatspleite den Euro stärken kann, Deutschland trotz allem gut da steht und vielmehr die USA sich vor einem Abgrund befinden, erklärt der Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre im Interview.

Wir retten nicht die Griechen, wir retten die Banken. (Max Otte)