Gute Nachrichten | Meine kleine Farm

Gesichtswurst 2.0 - Wenn das Schwein plötzlich nicht mehr anonym ist

04.02.2015

Fleischerzeugung ist anonym, maschinell, industrialisiert - und komplett aus unserer Wahrnehmung verschwunden. Das Unternehmen "Meine kleine Farm" will das ändern. Dort bekommt jedes Tier eine Online-Fotogalerie, und landet mit seinem Gesicht auf den Verpackungen. Das Unternehmen will so Fleisch-Konsum wieder bewusster und respektvoller machen. Wir haben uns das mal erklären lassen.

Einmal so richtig herzhaft in eine Boulette, ein Salamibrötchen oder eine Wiener beissen? Wer jetzt kein Vegetarier ist, bei dem ist das vermutlich gar nicht so lange her.

Doch wer nachfragt, ob man sich vor dem Essen das Schwein, das Huhn oder die Kuh mal angesehen hat, erntet in aller Regel verwirrte bis ungläubige Blicke: „Unmöglich! Woher soll man denn wissen, woher das Tier da stammt?“ – so oder ähnlich dürfte die Antwort ausfallen. „Sehr wohl möglich!“, sagen Dennis Buchmann, Laura Kübke und ihre Lieferanten und Mitstreiter.

„Meine kleine Farm“ als Gegenentwurf zur Fleischindustrie

Sie haben das Unternehmen „Meine kleine Farm“ gegründet. Dort wird jedes Tier vor der Schlachtung fotografiert, online vorgestellt – und nachher als Portrait auf die Packung gedruckt. So kann man sich jederzeit ganz genau anschauen, wen man da eigentlich isst.

„Gesichtswurst 2.0″, wenn man so will: eine Idee, mit der das Unternehmen den Fleischkonsum bewusster und respektvoller machen will. Darüber sprechen wir mit Laura Kübke, in deren Mail-Signatur „Vize-Chefschwein“ steht.

Meine kleine Farm Dennis Buchmann Laura Luebke"Wir dachten uns: wir sind so von unserem Essen entkoppelt worden durch diese 'Supermarktisierung' (...) und dann dachten wir uns: wie können wir das wieder miteinander verbinden?""Chefschwein" und "Vize-Chefschwein": Dennis Buchmann und Laura Kübke... kümmern sich um Fleisch, das nicht mehr anonym ist. 

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„Gute Nachrichten“ – unter diesem Titel stellen wir jeden Mittwoch Projekte, Initiativen und Firmen vor, die etwas besser machen wollen. Arbeit verbessern, Wirtschaft und Moral in Einklang bringen, den Umweltschutz voranbringen, fair produzieren, nachhaltig wirtschaften oder kulturell bereichern.

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