Idee einer Tabakmaut

Teure Unvernunft

06.01.2016

Rauchen ist immer weniger gesellschaftsfähig. Zumindest wünschen sich das viele Gesundheitspolitiker. Ab Mai 2016 werden die Warnungen auf Zigarettenpackungen durch abschreckende Bilder ausgetauscht. Jetzt schlägt ein Dr. aus Berlin auch noch vor, Raucher für ihr unvernünftiges Verhalten mehr zahlen zu lassen. Seine Idee heißt "Tabakmaut".

Idee: Tabakmaut

Das Prinzip ähnelt der PKW- und LKW-Maut: Umweltsünder sollen für die von ihnen verantworteten Schadstoffausstöße zahlen. Daran orientiert sich die Idee der „Tabakmaut“ von Dr. Albrecht Kloepfer. Sein Vorschlag: Wer qualmt, soll neben der gesundheitlichen Belastung Passivraucher zumindest in finanzieller Hinsicht entlasten und selbst für seine Gesundheitsschäden zahlen.

Krankenkassen könnten dadurch niedrigere Beiträge für Nichtraucher erheben. Für Raucher könnte solch ein Tabak-Sonderzuschlag allerdings eine Preiserhöhung von 50 Cent bis zu elf Euro bedeuten. Wie muss man sich Kloepfers Idee einer Tabak-Maut vorstellen?

Eine Frage der Kosten

Knapp 25 Milliarden Euro entstehen jährlich für das Gesundheitssystem durch Folgeschäden des Rauchens. Albrecht Kloepfer möchte mit der Tabakmaut eine Gebühr einführen, die diese Kosten deckt. Das Prinzip „Wer sich selbst gefährdet, sollte dies auch selber bezahlen“ soll dem Raucher damit teuer zu stehen kommen. Eine Erhöhung der Tabak-Steuer wäre in dem Fall laut Kloepfer weniger effektiv, da das Geld oft für andere Zwecke verwendet wird.

Das Stichwort lautet: „Gesundheitsfonds“, in die die Tabakmaut direkt weitergeleitet werden könnte.  Je nachdem, ob davon nur direkte Folgenkosten, wie beispielsweise Behandlungen, oder auch indirekte Kosten wie Arbeitsausfall kompensiert werden sollen, würde sich der neue Packungspreis zwischen 7,80 Euro bis 11,30 Euro bewegen.

Bei der Autobahnmaut zum Beispiel machen wir das genauso. Der Verbraucher zahlt direkt in die von ihm verbrauchten,
benutzten Ressourcen. Das ist kein Hexenwerk. – Dr. Albrecht Kloepfer

Eine Frage der Solidarität

Werden Nichtraucher und Raucher damit nicht gegeneinander ausgespielt? Albrecht Kloepfer argumentiert mit einer kleineren Solidaritätsgruppe aus Rauchern, die dann entstehen würde, um sich gegenseitig solidarisch zu unterstützen.

Wie sinnvoll ist die Idee einer Tabakmaut? Darüber hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Albrecht Kloepfer gesprochen. Er leitet das zweiköpfige private „Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung“ und ist für das Konzept mitverantwortlich. Er und sein Kollege arbeiten unter anderem für eine stärkere Verknüpfung von Gesundheit und Wirtschaft.

Dr. Albrecht Kloepfer  -------------------------------------------------
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Redaktion: Johanna Siegemund