In Oberbayern entsteht Deutschlands größtes Erdwärmekraftwerk

19.11.2010

In Kirchweidach in der Nähe des Chiemsees soll ein Erdwärmekraftwerk künftig 20.000 Menschen versorgen. Heute haben die Bohrungen begonnen.

An vielen Orten in Deutschland wird nach geeigneten Standorten für Erdwärmekraftwerke gesucht. Foto: Thomas Lohnes / dapd.

Leiter des Internationalen Geothermiezentrums am Geoforschungszentrum Potsdam.Dr. Ernst Huenges.Leiter des Internationalen Geothermiezentrums am Geoforschungszentrum Potsdam. 

In Oberbayern beginnen heute die Bauarbeiten für das größte Erdwärmekraftwerk Deutschlands. In Kirchweidach in der Nähe des Chiemsees soll in 4000 Meter Tiefe gebohrt werden. Ziel ist es, 130 Grad heißes Wasser an die Oberfläche zu fördern. Das heiße Wasser soll dann mittels eines Dampfprozesses Strom erzeugen. Mit dem Kraftwerk nördlich des Chiemsees sollen einmal 20.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. Das neue Kraftwerk würde die deutsche Jahresproduktion an Erdwärme mit einem Schlag vervierfachen.

Doch warum ist die Erdwärme in Deutschland bisher noch so wenig entwickelt? Gibt es eventuell sogar gute Gründe für den langsamen Ausbau?

Das fragen wir Ernst Huenges. Er leitet das Internationale Geothermiezentrum am Geoforschungszentrum in Potsdam und hat sich intensiv mit der Erforschung der Erdwärme auseinandergesetzt.