Indien beim Weltwirtschaftsforum

Aufsteiger des Ostens

25.01.2018

Indien ist auf dem Vormarsch. Das zeigt sich auch beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos. Dort hat der indische Ministerpräsident die Eröffnungsrede gehalten und für mehr Globalisierung plädiert.

Indien eröffnet das Weltwirtschaftsforum

Jedes Jahr trifft sich die internationale Elite in Davos zum World Economics Forum (WEF). Dieses Jahr steht Indien im Fokus. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi reiste mit über 100 Delegierten an und hat bereits den Eröffnungsvortrag gehalten. Damit ist Indien beim WEF zum ersten Mal seit 1997 vertreten.

Ich denke die Auswahl des Eröffnungsredners ist ein Stück weit Ausdruck der Bedeutung, die dem Land von der globalen Wirtschaftselite zugerechnet wird. – Sebastian Vollmer, Centre for Modern Indian Studies in Göttingen

Wirtschaftsgrößen im Osten

Im letzten Jahr nahm der chinesische Staatschef ebenfalls zum ersten Mal an dem Forum teil. Auch er hielt die Eröffnungsrede. Insgesamt verändert sich die weltweite wirtschaftliche Machtkonstellation zugunsten des ostasiatischen Raumes.

Im Moment decken China und Indien noch unterschiedliche Segmente ab. China hat die wirtschaftliche Transformation sehr viel früher angefangen als Indien. – Sebastian Vollmer

So prophezeien britische Ökonomen bereits für dieses Jahr, dass Indien zur fünft stärksten Wirtschaftsmacht der Welt heranwächst. Und für die kommenden Jahre spekulieren Wirtschaftswissenschaftler auf den dritten Platz. Eine Entwicklung, die der indische Ministerpräsident Narendra Modi mit allen Mitteln vorantreibt.

Die indische Wirtschaft hat alleine aufgrund der Größe des Landes eine herausragende Bedeutung, wobei man da unterscheiden muss zwischen der Größe der Volkswirtschaft insgesamt und der Wirtschaftsleistung pro Einwohner. – Sebastian Vollmer

Entscheidend dafür sind neue Investitionen. Da diese zuletzt zurückgingen, fielen auch die Wachstumsraten der indischen Wirtschaft geringer aus als zunächst angenommen. Modi warnte wohl auch deshalb in seiner Rede, vor zunehmendem Protektionismus.

Über die indische Präsenz beim WEF und die Wirtschafts Indiens hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Sebastian Vollmer gesprochen. Er ist Professor für Entwicklungsökonomie und Direktor des Centre for Modern Indian Studies an der Universität Göttingen.

sebastian vollmerIndien ist derzeit ein Land, für das Offenheit sehr wichtig ist. Der Protektionismus in Ländern wie den USA schadet Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen doch sehr.Sebastian Vollmer Professor für Entwicklungsökonomie und Direktor des Centre for Modern Indian Studies 

Redaktion: Eva-Josephine Weber