Inflationsrate seit langem wieder unter zwei Prozent: Was bedeutet das?

13.06.2012

Erstmals seit Dezember 2010 liegt die Inflationsrate wieder unter der Zwei-Prozent-Marke. Was bedeutet das genau und wieso verwenden wir die Inflationsrate als Vergleichsgröße?

Bei einer Inflation müssen die Bürger tiefer in die Taschen greifen. Foto: © Michael Gottschalk/dapd

ist Leiter der Abteilung Makroökonomik am Institut für Wirtschaftsforschung HalleProf. Dr. Oliver Holtemöller ist Leiter der Abteilung Makroökonomik am Institut für Wirtschaftsforschung Halle 

Eine hohe Inflationsrate gilt als das Schreckgespenst in der Wirtschaftsforschung. Ein gewisses Inflationsniveau ist allerdings manchmal sogar politisch erwünscht. Wenn die Preise um zwei Prozent ansteigen, dann gilt das als akzeptierbar. Theoretisches Ziel sollte die Null sein, das ist jedoch schwer zu messen. Die zwei Prozent Inflation sind nun erstmals seit Jahresende 2010 unterschritten worden. Experten warnen jedoch davor, dass die höheren Löhne die Inflationsrate erneut ansteigen lassen.

Die Europäische Zentralbank als Garantin                     konstanter Preise

Die Europäische Zentralbank (EZB) soll das Preisniveau stabil halten und ist unter anderem dafür einst gegründet worden. Zur Hochphase der Wirtschaftskrise musste die EZB jedoch dabei helfen, strauchelnde Banken zu stützen. Sie hat deshalb billiges Geld verliehen und somit die Inflation befeuert.

Die Inflationsrate als relative Größe

Der eigentliche Inflationswert ist jedoch immer eine relative Angabe. Genau zu bestimmen ist er nicht, da viele Faktoren wie Produktivitätssteigerungen oder die Entwicklung der Einkommen in die Berechnung einfließen.

Um ein besseres Verständnis vom schwierigen Thema Inflation zu bekommen, haben wir mit dem Leiter der Abteilung Makroökonomik am Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Oliver Holtemöller, gesprochen.

Inflationsrate seit langem wieder unter zwei Prozent. Was bedeutet das?