Insolvenz von dapd: Die Rolle der Nachrichtenagenturen

04.10.2012

Die Nachrichtenagentur dapd ist pleite: die Nachrichten-Bereiche gehen in die Insolvenz. Andere, wie PR-Dienstleistungen oder Bilderdienste, bleiben. Der Leiter der Deutschen Journalistenschule über den Platz der Nachrichtenagenturen in der deutschen Medienlandschaft.

Eine Million Euro mussten die dapd-Eigner zuletzt pro Monat ins Nachrichtengeschäft zuschießen. Nun ist erstmal Schluss - bis Ende November werden Insolvenzexperten prüfen, ob der Nachrichten-Bereich des Unternehmens weitergeführt werden kann. Foto: © Oliver Lang/dapd

ist ehemaliger Redaktionsleiter von tagesschau.de und jetzt Leiter der DJS. Foto: © NDRJörg Sadrozinskiist ehemaliger Redaktionsleiter von tagesschau.de und jetzt Leiter der DJS. Foto: © NDR 

Die dapd Nachrichtenagentur GmbH meldet Insolvenz an – dabei ist das Unternehmen erst vor 2 Jahren auf dem Markt erschienen. Mit hartem Preiskampf und offensiven Strategien sollte der Deutschen Presseagentur dpa Konkurrenz gemacht werden.

Das Konzept ging jedoch nicht auf: Der Wettbewerb gegen die dpa ist schwer, da die Nachrichtenagentur unter anderem von Zahlungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks profitiert.

Neben der dapd konkurrieren unter anderem noch der deutsche Ableger der französischen Agentur AFP, die britische Agentur Reuters, verschiedene kirchliche Agenturen und Spezialdienste mit der dpa.

Mehrere Player sind natürlich immer gut für mehr Pluralität. Es wird zu einer kleinen Delle in der Meinungsvielfalt kommen. (Jörg Sadrozinski)

Aber sind Nachrichtenagenturen in Zeiten des Internets und kostenloser Informationen überhaupt noch notwendig?

Das besprechen wir mit Jörg Sadrozinski, dem Leiter der Deutschen Journalistenschule in München.