Intelligenz der Massen – Wirtschaft setzt vermehrt auf “Crowdsourcing”

17.08.2012

"Crowdsourcing" ist ein Modell, dass bei Wikipedia oder Guttenplag funktioniert hat. Jetzt entdeckt auch die Wirtschaft die sog. "Schwarmintelligenz" für sich. Wo lässt sich die Strategie anwenden und wie wirksam ist sie?

Jeder trägt ein bisschen Wissen bei und kommt so der Wahrheit immer näher. Foto: © Michael Kappeler/dapd

hat mehrere Bücher über Crowdsourcing und Innovationsmanagement geschrieben.Prof. Dr. Oliver Gassmannhat mehrere Bücher über Crowdsourcing und Innovationsmanagement geschrieben. 

Eine Prognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt dürfen jetzt nicht mehr nur Volkswirte aufstellen, auch der kleine Mann darf sich beteiligen. Auf sogenannten Prognosebörsen kann man seinen eigenen Vorschlag abgeben – und wer der Wahrheit am nächsten kommt, der wird belohnt, oft mit Geld.

So beteiligen sich viele Leute an Vorhersagen zu Arbeitslosenzahlen oder Wahlergebnissen – Fachleute nutzen diese Massenintelligenz, um ihre Prognose-Werte noch genauer zu machen. Und was im ersten Moment unglaublich klingt, funktioniert anscheinend tatsächlich.

Auch in der Produktoptimierung wird „Crowdsourcing“ benutzt: große Firmen wie BMW fragen ihre Kunden nach Verbesserungsvorschlägen und planen sie in nachfolgenden Prozessen ein. Firmen können durch diese Prozess-Auslagerung sogar Geld sparen.

Über all das haben wir mit Wirtschaftswissenschaftler Oliver Gassmann gesprochen. Er ist Vorsitzender des Instituts für Technologiemanagement an der Universität St. Gallen und hat uns erklärt, wo die Zukunft der Schwarmintelligenz liegt und was Wirtschaftsforscher davon erwarten können.