Irland abgewertet: “Die Oma, die am Boden liegt, sollte man nicht vors Schienbein treten.”

13.07.2011

Im Zuge der Eurokrise ist zuletzt wieder einmal Irland in den Fokus geraten. Die Ratingagentur "Moody's" hat Irland abgewertet. Damit wird es für die Iren schwerer neues Geld zu bekommen. Wie reagieren die Iren auf die neuesten Entwicklungen in der Eurokrise?

Eine irische 50 Cent-Münze. Sie könnte bald aus der Euro-Zone verschwinden, denn es gibt erste Überlegungen, die alte Währung (irisches Pfund) wieder einzuführen.  © Margarethe Wicher/ dapd

Korrespondent der >Irish Times< in BerlinDerek ScallyKorrespondent der >Irish Times< in Berlin 

Die europäischen Finanzminister sind sich  bislang einig: Griechenland braucht die EU-Hilfen, der Euro muss gestützt werden. Aber was sagen zum Beispiel die Iren dazu? Vor ein paar Jahren noch galt Irland als wirtschaftlicher Aufsteiger und Vorbild für andere EU-Staaten.

Jetzt ist das Land selbst abermals in Bedrängnis geraten, weil gestern die Ratingagentur Moody´s das Land auf „Ramschstatus“ heruntergestuft. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Zahlungen an den Staat geleistet werden müssen. Wie sehr hängen die Iren noch am Euro? Und will man andere notleidende Staaten wie Griechenland noch unterstützen, wenn das eigene Wirtschaftswachstum sinkt?

Derek Scally ist Korrespondent der „Irish Times“ in Berlin. Mit ihm haben wir über die aktuelle Lage in Irland und die Sicht Irlands auf die Euro-Krise gesprochen.