Italien auf Fast-Ramsch-Status – Ein europäisches Problem

10.07.2013

Die Wirtschaftskrise in Italien wird immer schlimmer. Die Konjunkturaussichten sind trüb, die Arbeitslosenzahlen hoch und jetzt hat die Ratingagentur "Standard & Poor's" die italienische Kreditwürdigkeit noch weiter herabgestuft.

Hat alle Hände voll zu tun: Fabrizio Saccomanni, Italiens Finanzminister. Foto: © Italian Embassy, flickr.com

Heiner Flassbeckschreibt auf «www.flassbeck-economics.de» über aktuelle Wirtschafts- und Politikfragen. 

Italien ist Gründungsmitglied der Europäischen Union. Italien ist nach Frankreich und Deutschland der drittgrößte Beitragszahler der Europäischen Union. Und Italien ist das neue Wirtschafts-Sorgenkind der EU.

Nachdem die Konjunkturaussichten schon schlechter als erwartet ausgefallen sind, hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Stimmung weiter heruntergezogen. Sie hat die Kreditwürdigkeit Italiens von BBB+ auf BBB gesenkt. Damit ist Italien nur noch zwei Stufen vom sogenannten Ramschniveau entfernt.

So transparent wie die Geheimformel bei Coca Cola

Ein großes Problem in Italien: die Bürokratie. Der Fraktionschef der Berlusconi-Partei PDL, Renato Brunetta, hat kürzlich gesagt: „Der italienische Haushalt ist so transparent wie die Geheimformel der Coca Cola“.

Was in Italien noch schief läuft und was das für die Europäische Union bedeutet, das fragen wir Heiner Flassbeck. Er ist der ehemalige Chef-Volkswirt bei der UNO-Organisation für Welthandel und Entwicklung UNCTAD und lebt aktuell in Florenz.

Es läuft in Italien das schief, was in ganz Europa schief läuft – vielleicht noch ein bisschen mehr. (…) Es geht schief, dass die europäische Politik nicht in der Lage ist, die Eurokrise zu lösen, weil sie immer noch am falschen Problem rumdoktorn. – Heiner Flassbeck, Ökonom