Japans Staatsschulden: Droht dem Land der Bankrott?

07.09.2012

In Japan streiten Regierung und Opposition über neue Staatsanleihen. Grund dafür ist der desolate Zustand des Staatshaushalts. Droht dem Land der Bankrott?

Trotz guter Handelsbeziehungen in den Westen ist der Staatshaushalt Japans seit Jahren im Defizit. © Clemens Bilan / dapd

Mit über 230% des Bruttoinlandsproduktes ist Japan weltweit eines der Länder mit der höchsten Staatsschuld. Dieser Zustand ist kein neues Phänomen, denn schon seit den 1990er Jahren stagniert die japanische Wirtschaft.

 

ist Professor für Makroökonomie am DIW BerlinChristian Dregerist Professor für Makroökonomie am DIW Berlin 

Das Land finanziert sich größtenteils über Staatsanleihen. Aktuell streiten Regierung und Opposition über ein Gesetz, das den Verkauf weiterer dieser Anleihen möglich machen soll. Da die Opposition dies jedoch ablehnt, droht dem Staat im Oktober die Zahlungsunfähigkeit.

 

Die Regierung muss schnell reagieren. Deshalb will sie vorraussichtlich fünf Billionen Yen (50 Mrd. Euro) der geplanten Ausgaben streichen. Diese waren eigentlich für die Provinzregierungen und Universitäten vorgesehen.

 

Ob ein Bankrott Japans realistisch ist und wie er sich auf die Weltwirtschaft auswirken würde, hat Christian Dreger erklärt. Er ist Professor für Makroökonomie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin.