Kalte Progression: die heimliche Steuererhöhung

08.04.2013

Ohne dass man es merkt, geht Geld bei der Steuererklärung verloren. Schuld daran ist die sogenannte kalte Progression. Der Staat nimmt dadurch enorme Summen an zusätzlichen Steuergeldern ein.

Bei der Steuererklärung gibt es ein Problem: die kalte Progression. Foto: Timur Emek/dapd

Frank HechtnerJuniorprofessor an der FU Berlin 

Kalte Progression an sich ist nichts Neues. Doch jetzt wurde der Begriff aus der Steuerlehre erstmals mit Zahlen belegt: Zwischen 2011 und Ende 2013 soll der Staat dadurch neun Milliarden Euro mehr an Steuereinnahmen haben. Der Steuerzahler merkt von alledem aber nichts. Schuld ist das aktuelle Steuersystem.

Insbesondere die Einkommensgruppe, die zwischen 55.000 Euro und 65.000 Euro im Jahr verdient, ist betroffen. In drei Jahren fehlen beispielsweise einem Ehepaar mit einem Kind am Ende fast 500 Euro.

Warum bislang alle Versuche zur Lösung der heimlichen Steuererhöhung gescheitert sind und was getan werden muss, um sie zu stoppen, hat uns Frank Hechtner erklärt. Er ist Juniorprofessor am Institut für Betriebswirtschaftliche Prüfungs- und Steuerlehre an der Freien Universität Berlin.

Heimliche Steuererhöhung - die kalte Progressionhttps://detektor.fm/wp-content/uploads/2013/04/jm2.jpg

Im Einkommensteuerrecht haben wir eine Nominalwertbetrachtung. Der nominale Wert entspricht aber nicht dem, was ich real habe. – Frank Hechtner