Karte der Woche | Fluch der Ressourcen

Reichtum ist nicht gleich Reichtum

17.09.2018

Eine Studie der University of the West of England weitet den "Fluch der Ressourcen" aus: Allein die Erwartung großer Rohstoffmengen reicht, um negative Auswirkungen auf die Wirtschaft zu haben. Auch wenn gar keine Rohstoffe vorhanden sind.

Der richtige Umgang zählt

Bodenschätze wie Gold, Silber und Öl sind wertvolle Rohstoffe, die einem Land zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen können. Doch Rohstoffreichtum allein ergibt nicht automatisch Wohlstand. Der sogenannte Fluch der Ressourcen ist ein Phänomen, das auftritt, wenn ein Land zwar eine große Rohstoffmenge aufweist, sie aber nicht richtig fördert.

Das bedeutet nicht, dass jedes rohstoffreiche Land davon betroffen ist. Eine Ausnahme ist zum Beispiel China: Wenn mit dem Ressourcenreichtum richtig umgegangen und langfristig gedacht wird, lässt sich der Fluch der Ressourcen vermeiden.

Das sind die starken asiatischen Staaten, die trotzdem versucht haben, ihre Infrastruktur und ihre Innovation zu stärken. – Benjamin Fredrich vom Katapult-Magazin

Fluch der Ressourcen – ohne Ressourcen?

Eine Studie der University of the West of England aus Bristol zeigt allerdings, dass der Ressourcenfluch auch ganz ohne Vorhandensein von Rohstoffen auftritt. Die Studie stellt fest, dass allein die Erwartung von großen Rohstoffmengen negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik hat.

Die Theorie des Ressourcenfluchs wurde in diesem Fall dann erweitert auf Staaten, die nur gedacht haben, dass sie Ressourcen haben, und dann aber eben gar keine vorgefunden haben. – Benjamin Fredrich

Wie sind die Wissenschaftler zu dieser Erkenntnis gelangt? Darüber hat detektor.fm-Moderatorin Bernadette Huber mit Benjamin Fredrich vom Katapult-Magazin gesprochen.

Benjamin Fredrich von Katapult.Insofern sehr, sehr interessant, weil über Jahrzehnte hinweg immer nur darüber gestritten wurde, ob sich diese ursprüngliche Ressourcentheorie bestätigen kann oder nicht. Benjamin Fredrichist Chefredakteur beim Katapult-Magazin für Kartographik. 

Redaktion: Irma Klundt


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