Kluft zwischen Arm und Reich als Ursache für die Finanzkrise?

29.10.2012

Oft als Thema der Gewerkschaften abgetan: die größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich. Doch nun sagen neue Modelle: diese Kluft war ein Auslöser für die Finanzkrise. Und damit wird ein soziales Thema plötzlich volkswirtschaftlich relevant.

Wenn die Armen kein Geld mehr zum Ausgeben haben und die Reichen es nicht ausgeben, wird eine Volkswirtschaft immer instabiler. Foto: © Lukas Barth (dapd)

Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-StiftungGustav HornWissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung 

Noch immer wird nach den Gründen für die Finanzkrise gesucht, um zukünftige verhindern zu können. Die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten beschäftigen viele – bei den Überlegungen der Ökonomen hingegen spielten sie in den letzten Jahren nur eine untergeordnete Rolle. Das aber ändert sich nun.

Am Wochenende haben sich über 300 Volkswirte auf einer Konferenz des „Forschungsnetzwerkes Makroökonomie“ getroffen und diskutierten über die ungleiche Einkommensverteilung und deren Auswirkung auf den Finanzmarkt. Dabei wurde klar, dass das ungleiche Verhältnis zwischen Arm und Reich sehr wohl zur Instabilität der Volkswirtschaft führen kann.

Will man die Wirtschaftsentwicklung stabiler machen, auf gesundere Füße stellen, dann heißt das im Moment Umverteilung. (Gustav Horn)

Warum die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich nun doch als eine Ursache für die Finanzkrise gilt, besprechen wir mit Gustav Horn, dem Wissenschaftlichen Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung.