Künstliche Intelligenz: Können Maschinen kreativ sein?

"Das kann das Größte sein, was uns dieses Jahrhundert begegnen wird."

14.07.2016

Künstliche Intelligenzen träumen, malen Bilder und spielen Go. Aber können sie auch selbst kreativ sein? Und welche Auswirkungen hätte das auf die Wirtschaft?

Selfies reif fürs MoMA?

Wer ein iPhone besitzt kann sich seit dem 16. Juni einen eigenen Kandinsky and die Wand hängen – zumindest an die Facebook-Pinnwand, denn an diesem Datum ist die App „Prisma“ erschienen. Die verwandelt ganz normale Fotos in Gemälde im Stil von Munch, Kandinsky oder van Gogh.


Das funktioniert mit sogenannten „neuronalen Netzen“ und kann mit der geringen Rechenpower eines Smartphones nicht geleistet werden. Deswegen lädt die künstliche Intelligenz die Fotos erst auf die Server der Mutterfirma Mail.ru hoch – und sammelt somit fleissig Daten.

Neuronale Netze

Neuronale Netze sollen das menschliche Gehirn simulieren und selbst lernen können. Sie arbeiteten bereits in Googles „Deep Dream Generator“ und dem Go-Computer „AlphaGo“, der im März zum Erstaunen der Weltöffentlichkeit den koreanischen Spitzenprofi Lee Sedol 3:0 geschlagen hat.

Was ist Kreativität?

Doch ob die künstliche Intelligenz auch selbst kreativ werden kann, ist nicht sicher. Andreas Menn, Redakteur bei de WirtschaftsWoche, hat es sich zur Aufgabe gemacht eine Art menschlicher Turing-Test zu werden. Er tritt an, gegen Roboter und künstliche Intelligenzen, um herauszufinden, ob sie dem Menschen bereits voraus sind. So ist er schon gegen ein K.I.-Auto Rennen gefahren und hat gegen eine künstliche Intelligenz gemalt. Er kommt zu dem Ergebnis:

Wenn man davon ausgeht, dass eine ganz eigene Eingebung hinter der Kreativität steckt, vielleicht eine politische Aussage, die mit einem künsterischen Stil verbunden ist, dann ist eine enorme Menge an Weltwissen nötig. Soweit sind Maschinen noch nicht. – Andreas Menn, WirtschaftsWoche

Über die Möglichkeiten künstlicher Intelligenzen hat Andreas Menn mit detektor.fm Moderator Christian Eichler gesprochen.

Andreas Menn Patrick Schuch WiWoWas versteht man unter Kreativität? Ist das nur neues Zusammenstellen aus Bestehendem? Wenn das der Fall ist, dann sind Maschinen schon kreativ.Andreas Mennist Redakteur für Innovation & Digitales bei der Wirtschaftswoche. Bild: Patrick Schuch für die Wirtschaftswoche.