Lebensmittel-Spekulation: Volksbank will sich nicht mehr beteiligen

27.05.2013

Die Volksbank handelt nun an der Börse offiziell nicht mehr mit Spekulationen auf Lebensmittel. Oxfam und Foodwatch freut das. Doch sorgen deutsche Banken wirklich für den Hunger in der Welt?

Deutsche Banken investieren gerne in Lebensmittel. Das viertgrößte Bankunternehmen Deutschlands ist jetzt ausgestiegen. Foto: © GU-JO/ flickr.com

„Mit Essen spielt man nicht“ heißt eine aktuelle Kampagne von Oxfam. Nicht-Regierungsorganisationen wie Oxfam oder Foodwatch machen Druck auf die Banken und sehen die Börsenspekulationen mit Getreide und Gemüse als moralisch unzulässig – und als weltweiten Hungermacher.

DZ-Bank steigt aus den Spekulationen aus

Agrarökonom am Leibnitz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und OsteuropaThomas GlaubenAgrarökonom am Leibnitz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa  

Dieser Druck hat jetzt Wirkung gezeigt. Die DZ-Bank, zu der auch die Volks- und Raiffeisenbanken gehören, hat es bestätigt: Schon seit Anfang des Jahres spekuliert sie nicht mehr mit Agrarrohstoffen.

Ökonomen sind sich uneins

Zur Wahrheit gehört aber auch: fundierte, eindeutige Hinweise, dass Agrarspekulationen wirklich im Zusammenhang mit steigenden Lebensmittelpreisen stehen, gibt es bisher keine.

Warum also werden Lebensmittel immer teurer? Und haben die Banken mit ihren Investitionen Schuld daran? Das haben wir den Agrarökonomen Thomas Glauben vom Leibnitz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa gefragt.

Er hat gemeinsam mit Kollegen vorhandene Forschungsergebnisse zur Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen analysiert.

Reiche Ernte: Volksbank zieht sich aus den Lebensmittelspekulationen zurück

Indexfonds stabilisieren sogar die Preise. Sie übernehmen die Preisrisiken, denen Landwirte auf internationalen Märkten ausgesetzt sind. – Thomas Glauben, IAMO