Lithium: Rohstoff der Zukunft?

Das weiße Gold

14.11.2017

Schon heute ist kaum ein Rohstoff so gefragt wie Lithium. Und mit dem absehbaren Ende fossiler Brennstoffe geht der Boom erst richtig los.

Alleskönner Lithium

Ob in Spezialgläsern, Keramiken, Industrie-Schmierstoffen oder sogar Medikamenten: unzählige Produkte enthalten heutzutage Lithium. Besonders wichtig ist der stark gefragte Rohstoff aber für die Produktion von Hochleistungsbatterien. Denn die stecken in Smartphones, Elektroautos oder auch in Windkrafträdern. Und weil diese Produkte die Zukunft der Informationstechnologie, Mobilität und Energiegewinnung sind, boomt das Geschäft.

Bislang alternativlos

Alle Experten gehen davon aus, dass die nächsten 10 bis 15 Jahre die Lithiumionen der Antrieb oder die Speichertechnologie für den Strom sind, der notwendig ist für Elektrofahrzeuge. -Matthias Buchert, Öko-Institut e.V.

Das „weiße Gold“ und die Lithium-Ionen-Akkus haben also gegenüber möglichen alternativen Technologien einen großen Vorsprung. Das bedeutet für die nächsten Jahrzehnte Abbau im großen Stil. Vor allem in Ländern wie Chile, Australien, Argentinien oder auch Bolivien, denn dort werden weltweit die größten Vorkommen vermutet. Anders als etwa bei den Produktionsbedingungen von Kobalt ist der Abbau des Leichtmetalls dabei verhältnismäßig unproblematisch.

Der Abbau von Lithium wird nicht am kritischsten eingeschätzt, weil die wesentlichen Förderländer als weitgehend stabil gelten und dort bislang keine größeren Berichte über negative soziale Folgen stattfinden. – Matthias Buchert

detektor.fm-Moderator Jakob Bauer hat mit Dr. Matthias Buchert vom Öko-Institut e.V. über den sogenannten Rohstoff der Zukunft gesprochen.

LithiumWir sehen keine absolute Verknappung beim Lithium-Abbau. Allerdings ziehen die Rohstoffpreise aufgrund der hohen Nachfrage an.Dr. Matthias Buchertist Bereichsleiter "Ressourcen & Mobilität" am Öko-Institut. e.V. 

Redaktion: Julian Christ