Lohnentwicklung in Deutschland – die Einkommensschere geht weiter auf

12.11.2012

Die erhoffte Besserung nach der Wirtschaftskrise blieb aus. Einer aktuellen Studie zufolge klafft die Einkommensverteilung immer weiter auseinander - und das trotz Wirtschaftswachstum.

Eine wachsende ungleiche Einkommensverteilung sorgt hierzulande für Unmut. Frust treibt viele Arbeitnehmer auf die Straße, wie hier bei einer Demonstration. Foto: © #unibrennt / flickr.com

Die oft zitierte Einkommensschere klafft immer weiter auseinander – das zeigt jetzt auch eine aktuelle Studie. Die Daten bringen zwar keine neuen Erkenntnisse, aber ihre Deutlichkeit ist besorgniserregend: Die Lohnentwicklung in Deutschland ist von der Position im Unternehmen abhängig.

ist Konjunkturforscher am RWI in Essen.Roland Döhrnist Konjunkturforscher am RWI in Essen.  

Arbeitnehmer müssen sinkende Reallöhne hinnehmen, während in den Chefetagen immer mehr verdient wird. Selbst Akademiker mussten im beobachteten Zeitraum der letzten sechs Jahre einen Reallohnverlust von vier Prozent einbüßen – und das obwohl die Wirtschaft im gleichen Zeitraum um knapp zehn Prozent gewachsen ist.

Es ist sicherlich im Interesse der Unternehmen, wenn die Schere nicht zu weit auseinanderdriftet.(Roland Döhrn)

Warum die Lohnentwicklung nicht mehr an das Wirtschaftswachstum gekoppelt ist, besprechen wir mit dem Volkswirt Roland Döhrn vom rheinisch-westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aus Essen.