Lucas Papademos: Rettet er Griechenland vor dem Staatsbankrott?

11.11.2011

Griechenland hat eine neue Übergangsregierung. An ihrer Spitze steht kein Politiker, sondern ein Banker: der parteilose Lucas Papademos, der für seinen nüchternen Pragmatismus bekannt ist. Der richtige Mann zur richtigen Zeit für Griechenland?

Mit Kompetenz gegen die Krise: Bis 2010 war Lucas Papademos (links) Vize-Chef der Europäischen Zentralbank. Foto: © Thomas Lohnes/ddp

vom Außenpolitik-Ressort der Süddeutschen Zeitung.Christiane Schlötzervom Außenpolitik-Ressort der Süddeutschen Zeitung.  

Lucas Papademos ist der Mann, der Griechenland aus der Krise führen oder wenigstens vor dem Bankrott retten soll. Nach langem Ringen um den richtigen Kandidaten hat man den 64-jährigen am Mittwoch der Öffentlichkeit präsentiert. Am Freitag steht die offizielle Vereidung Papademos‘ an.

Als Premierminister muss er sich mit der Übergangsregierung nun der schwierigen Aufgabe stellen, einerseits die Vorgaben der Euro-Chefs umzusetzen, um so sein Land vor der Pleite zu bewahren, und andererseits der griechischen Bevölkerung die Skepsis vor den Sparmaßnahmen zu nehmen. An finanzpolitischer Erfahrung mangelt es ihm nicht: nach seiner Karriere bei der griechischen Notenbank war er bis 2010 acht Jahre Vizepräsident der Europäischen Zentralbank. Er war maßgeblich am Beitritt Griechenlands zur Euro-Zone beteiligt. International genießt er einen guten Ruf und ist bekannt für seine nüchterne Art.

Ob der Pragmatiker Papademos die Eigenschaften hat, um Griechenland aus der Krise zu führen, und welche Chancen die Übergangsregierung in Athen überhaupt hat, haben wir Christiane Schlötzer gefragt. Sie ist stellvertrende Ressortleiterin für Außenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung und hat sich intensiv mit Griechenland und der Krise auseinandergesetzt.