Manipulierte Zinssätze – Was sind eigentlich Libor und Euribor?

28.01.2013

Sind die wichtigen Referenzzinsen Libor und Euribor von Geldinsituten manipuliert worden? Die deutsche Bankenaufsicht BaFin vermutet genau das und hat deswegen Untersuchungen gegen vier deutsche Banken aufgenommen.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dann hätten die Banken bei der Manipulation von Zinssätzen profitiert. Foto: © Thomas Lohnes/dapd

Die deutsche Bankenaufsicht BaFin hat Sonderprüfungen gegen vier deutsche Geldinsitute eingeleitet. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie gemeinsam den Zinssatz Libor manipuliert haben sollen.

Was sind Libor und Euribor?

Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen.Hans-Peter BurghofProfessor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen. 

Betroffen ist auch die Deutsche Bank, gegen die schon seit vergangenem Sommer in einem anderen Fall ermittelt wird. Nachdem die Bank bereits in Manipulationen des britischen Referenzzinses Libor verwickelt war, vermutet die deutschen Bankenaufsicht nun, dass Mitarbeiter der Deutschen Bank auch den europäischen Referenzzins Euribor manipuliert haben könnten.

Es geht um enorme Geldbeträge

Dass es sich bei den Manipulationen keinesfalls um einen Kavaliersdelikt handelt, zeigt allein schon die horrende Geldsumme, um die es bei den Spekulationen geht: 300 Billionen US-Dollar – mit dieser Geldsumme wird täglich auf Grundlage der beiden Zinssätze Libor und Euribor gehandelt.

Was Libor und Euribor genau bedeuten, das hat uns Hans-Peter Burghof erklärt. Er ist Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim.

Die Menschen, die das gemacht haben, gehören tatsächlich vor Gericht.  – Hans-Peter Burghof