Mehr Existenzgründungen durch Migranten

Ein eigenes Geschäft in der neuen Heimat

22.08.2014

Jeder fünfte Existenzgründer in Deutschland ist Migrant. Vorne dabei sind vor allem Menschen aus der Türkei, Russland, Polen und Italien. Dass sie es sich hierbei nicht leicht machen, zeigt die Abbrecherquote. Sinnvoll ist das trotzdem: denn Deutschland braucht mehr Gründungen.

Immer mehr Migranten machen sich in Deutschland selbstständig. Im vergangenen Jahr hatte etwa jeder Fünfte, der ein Unternehmen gründete, eine ausländische oder in Deutschland erworbene Staatsbürgerschaft. Das zeigen die Zahlen der Förderbank KfW aus dem Jahr 2013. Ganz vorne dabei sind vor allem Menschen aus der Türkei, Russland, Polen und Italien.

Existenzgründungen sind schwer, vor allem für Migranten

Aber die Schwierigkeiten für Existenzgründer sind für Migranten unter Umständen noch größer. Laut der KfW existieren 39 Prozent der Unternehmensgründungen von Migranten nach drei Jahren nicht mehr – bei Betrachtung aller Gründungen zusammen sind es nur 30 Prozent, die es nach dieser Zeit nicht mehr gibt.

Wieso sich so viele Migranten selbständig machen, in welchen Branchen sie bevorzugt Unternehmen gründen, und was die Schwierigkeiten hierbei sind, darüber sprechen wir mit René Leicht vom Institut für Mittelstandsforschung der Uni Mannheim. Er forscht zum Thema Arbeitsmarkt und Selbstständigkeit .

René LeichtVor zwanzig Jahren lag der Anteil von Handel- und Gastgewerben noch bei zwei Dritteln, inzwischen ist nur noch ein Drittel der Migranten in diesen Gewerben tätig.René Leichtvom Institut für Mittelstandsforschung der Uni Mannheim forscht zum Thema Arbeitsmarkt und Selbstständigkeit