Merkwürdigkeiten in Hessen – jemand warnte Deutsche Bank vor Razzia

05.07.2010

Am Wochenende ist bekannt geworden, dass die Deutsche Bank vor einer Razzia gewarnt worden ist. Die Bank ist Teil eines der größten Wirtschafts-Strafverfahren, die derzeit in der Bundesrepublik anhängig sind. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung geht das aus abgehörten Telefongesprächen zwischen Angestellten des Finanzinstituts hervor.

Arbeiter demontieren Fassadenverkleidungen an einer Filiale der Deutschen Bank am Alexanderplatz in Berlin. Foto: Theo Heimann/ ddp.

Der ausgezeichnete Journalist schreibt für die Süddeutsche Zeitung. / Foto: Sebastian Willnow (ddp)Hans Leyendecker.Der ausgezeichnete Journalist schreibt für die Süddeutsche Zeitung. / Foto: Sebastian Willnow (ddp) 

Mehrere Beschäftigte der Deutschen Bank, gegen die wegen Steuerhinterziehung ermittelt wird, hatten einander am Abend des 27. April 2010 über eine für den nächsten Tag geplante und dann tatsächlich erfolgte Razzia informiert. Den von Ermittlungsbehörden abgehörten Telefonaten zufolge hatte die Deutsche Bank einen entsprechenden „Tipp“ bekommen. Aus welcher Sicherheitsbehörde dieser „Tipp“ kam, ist bislang nicht bekannt. Das hessische Justizministerium bestätigte, dass die Justiz bereits ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher „Verletzung des Dienstgeheimnisses“ eingeleitet habe.

Hans Leyendecker beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Fällen von Steuerhinterziehung und gilt als einer der profiliertesten deutschen Journalisten. Hören Sie das Interview mit ihm.