Mindestlohn: Chance oder Fiasko für den Arbeitsmarkt?

29.10.2013

Der Mindestlohn ist eines der großen Themen der Koalitionsverhandlungen. Rund 14 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland bekommen heute weniger als die geforderten 8,50 Euro die Stunde. Doch wie sinnvoll ist die Lohnuntergrenze für den Arbeitsmarkt?

Sollte man von einem Vollzeitjob nicht leben können? Einige Friseure können es nicht. Foto: © Joachim Schlosser/flickr.com

8,50 Euro. Um diesen Betrag kreist zur Zeit die Mindestlohn-Debatte in Deutschland. Reich wird mit diesem Stundenlohn sicher niemand. Und nicht alle, die derzeit weniger verdienen, hätten durch den Mindestlohn tatsächlich mehr Geld im Portemonnaie. Vor allem Gewerkschaften und SPD wollen den Mindestlohn einführen. Sie sagen: Arbeit muss wieder etwas wert sein.

Zwischen Lohnerhöhung und Arbeitsplatzverlust

ist grundsätzlich für einen Mindestlohn.Stefan Sellist grundsätzlich für einen Mindestlohn. 

Doch so edel diese Forderung scheint, ist eine politische Festsetzung wirklich der richtige Weg? Nicht nur in diesem Bereich gehen die Meinungen auseinander. Einige Wissenschaftler meinen, eine so hohe Lohnuntergrenze bedeutet für viele den direkten Weg in Hartz IV. Denn viele Unternehmen können oder wollen sich eine Lohnerhöhung nicht leisten – der Arbeitsplatzverlust könnte die Folge sein.

Über die Vor- und Nachteile einer Lohnuntergrenze haben wir mit Stefan Sell gesprochen. Er ist Sozialforscher und hat sich intensiv mit der Problematik des Mindestlohns befasst.

Das ist eine Operation am offenen Herzen! – Stefan Sell