Mittelstand | Unternehmen integrieren Flüchtlinge

"Das Interesse ist extrem groß"

13.06.2016

"Es sind die Mittelständler, die das Rückgrat dieses Landes bilden – und das gilt auch beim Thema Flüchtlingsintegration“, findet Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Sein Ministerium unterstützt das Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge". Wie wird die Initiative angenommen?

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Das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ ist eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Zum offiziellen Start im März 2016 haben sich über 300 Unternehmen beteiligt, darunter Konzerne wie die Deutsche Bahn – aber auch Mittelständler. Das Projekt wird mit fast drei Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt.

Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“

Es soll eine Anlaufstelle insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sein, die gerne Flüchtlinge in ihren Betrieb integrieren wollen. Das Netzwerk will einerseits bereits bestehende und gut funktionierende Beispiele aus den Unternehmen aufzeigen:

Wir vermitteln – das ist unsere Leistung – dieses Know-how der Unternehmen an andere Unternehmen weiter. – Daphne Grathwohl, Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Andererseits soll sich das Netzwerk darum kümmern, die Hürden für die Integration in die Betriebe abzubauen: Die Industrie- und Handelskammern helfen beispielsweise bei der Organisation von Sprachkursen, informieren Unternehmer zu Rechtsfragen und bieten eine Online-Plattform zum Austausch.

„Wir sind keine Jobbörse“

Seit Monaten beschäftigen sich Mittelstandsverbände, Medien und Wirtschaftsexperten damit, ob der Mittelstand die Flüchtlinge in die Arbeitswelt integrieren kann. Das Interesse, die Bereitschaft scheint im Mittelstand vorhanden zu sein. Denn in den ersten drei Monaten nach dem Start hat sich die Zahl der Netzwerkunternehmen auf über 600 verdoppelt. Wenn es nach DIHK-Präsident Eric Schweitzer geht, soll das Netzwerk jährlich um weitere 500 Unternehmen wachsen.

Die Unternehmen im Netzwerk bieten meist Praktika für die Flüchtlinge an, zum Teil auch Ausbildungen. Genauere Zahlen kann die DIHK nicht nennen, das Netzwerk sei eben „keine Jobbörse im eigentlichen Sinne.“ Außerdem würden die Unternehmer ein Vierteljahr nach Projektbeginn ihr Engagement erst mal vorsichtig starten:

Sehr viele Unternehmen, die mit Praktika beginnen, bieten aber dann relativ schnell Qualifizierungsmaßnahmen für einen Ausbildungsberuf an. – Daphne Grathwohl

Wie das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ den Mittelstand unterstützt, darüber hat detektor.fm-Moderatorin Anke Werner mit Daphne Grathwohl gesprochen. Sie ist Sprecherin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, der die Initiative betreut.

Daphne Grathwohl_DIHKUnser bundesweites Netzwerk lebt wiederum davon, dass es lokale Netzwerke gibt – also mit den Akteuren, mit den Ehrenamtlichen. Der Netzwerk-Gedanke ist bei der Flüchtlingsintegration extrem wichtig.Daphne Grathwohlarbeitet für den Deutschen Industrie- und Handelskammertag. 

Die Serie Mittelstand gibt es auch als Podcast.


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