Nach Krim und MH17: Was bringen härtere Sanktionen gegen Russland?

Der Tiger, der vielleicht gar nicht so zahnlos ist

22.07.2014

Nach der Krimkrise und dem Abschuss des malaysischen Flugzeug wird diskutiert, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. Viele hielten die für nicht mehr als kleine Sticheleien. Nun wird in Russland eine Rezession befürchtet - und auch große Konzerne treffen die Strafmaßnahmen.

Stählerner Blick - die Augen von Wladimir Putin. Foto: firdaus omar | flickr.com | CC BY-NC-ND 2.0

Das bringe ja eh nix. Das sei wie ein zahnloser Tiger. Am Ende sei man doch drauf angewiesen – auf das russische Gas. Viele dieser Überschriften hat man gehört und gelesen, in den letzten Wochen und Monaten.

Es geht um die Sanktionen, die die EU und die USA gegen die russische Wirtschaft verhängt hat. Sanktionen, die Russland unter Druck setzen sollen, in der Krim-Krise auf Brüssel und Washington zu hören.

Mehr Druck nach MH17

Auch das Verhalten der Russen im Fall der abgestürtzten Passagiermaschine MH17 sorgte für Ärger. Die EU-Außenminister beraten, ob man mit noch härteren Sanktionen noch mehr Druck auf Russland ausüben solle – durchringen konnten sie sich dazu nicht, trotz Druck aus Washington.

Doch nicht alle Experten waren der Meinung, dass Sanktionen nichts brächten. Und jene scheinen jetzt bestätigt zu werden: denn in Russland fürchtet man in Folge der Sanktionen inzwischen ernsthaft, die Wirtschaft könne ins Stocken geraten. Die Angst vor einer Rezession – sie ist da. Wie realistisch sie ist, und wie hart die Sanktionen Russland einerseits und Vladimir Putin andererseits treffen, darüber sprechen wir mit Professor Wolfram Schrettl, Volkswirt vom Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin.