Netto, kalt – Serie zum Wohnungsmarkt | Teil 3

Der soziale Wohnungsbau

27.02.2013

Seit mehreren Jahren nimmt die Zahl der Sozialwohnungen rapide ab: Millionen von ihnen fehlen. In Teil 3 unserer Serie "Netto, kalt" stellen wir die Frage, warum der soziale Wohnungsbau vernachlässigt wird - und welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

Es gibt immer weniger Wohnungen im Sozialen Wohnungsbau - hier eine Wohnsiedlung im Märkischen Viertel in Berlin. Foto: © judith74 / flickr.com

Bundesweit fehlen vier Millionen Sozialwohnungen. Das geht aus einer Studie des Pestel-Instituts in Hannover hervor. Der Bau von Sozialwohnungen ist in den letzten Jahren in vielen Regionen vernachlässigt worden. Jedes Jahr wird der Bestand geringer. Zwischen 2002 und 2010 ist die Zahl der Sozialwohnungen um durchschnittlich 100.000 Wohnungen pro Jahr zurückgegangen.

Stadtsoziologe an der Humboldt-Universität in Berlin.Andrej HolmStadtsoziologe an der Humboldt-Universität in Berlin. 

Der Deutsche Mieterbund warnt vor einem Wohnungsnotstand und fordert von Bund und Ländern, mehr Anreize für den Bau neuer Wohnungen für Geringverdiener zu schaffen. Auch die Umnutzung von leerstehenden Gewerberäumen steht zur Debatte.

Im dritten Teil unserer Serie „Netto Kalt“ über das Wohnen in deutschen Großstädten haben wir mit Andrej Holm über Sozialen Wohnungsbau gesprochen. Er ist Stadtsoziologe und forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Solange wir keine Strategien entwickeln, dass der Verdrängungsdruck zurückgenommen wird, wird der Soziale Wohnungsbau, wird die Umnutzung von Büroflächen in Wohnungen, keinen großen Beitrag leisten, um die soziale Gefahr, die in der Verdrängung liegt, tatsächlich zu bannen. – Andrej Holm


+++ Die Serie +++

Gentrifizierung, steigende Mieten, knapper Wohnraum, Verstädterung – es gibt viele Debatten rund um das Thema Wohnen. Wir analysieren sie in unserer Serie „Netto, kalt – Wohnen in deutschen Großstädten“. Eine Einführung: