Neuer Euro-Gruppenchef: Was kann Dijsselbloem bewirken?

23.01.2013

Seit gestern hat die Euro-Gruppe mit Jeroen Dijsselbloem einen neuen Chef. Der niederländische Sozialdemokrat Dijsselbloem steht für Sparpolitik und Solidarität. Warum er als unbeschriebenes Blatt eine gute Wahl ist, erklärt Max Otte im Gespräch.

Um den Euro ist es etwas ruhiger geworden. Ist die Krise bald überstanden? Foto: © Thomas Lohnes /dapd.

Seit gestern hat die Euro-Gruppe einen neuen Vorsitzenden. Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem löst Jean-Claude Juncker als Chef des wichtigsten Gremiums in der europäischen Währungsunion ab. Der als Mr. Euro bekanntgewordene Juncker hinterlässt große Fußstapfen und die Eurokrise ist auch noch lange nicht überwunden. Also keine leichte Aufgabe für den Niederländer.

ist Ökonom mit dem Schwerpunkt Finanzmarktforschung.Max Otteist Ökonom mit dem Schwerpunkt Finanzmarktforschung. 

Als der Sozialdemokrat Dijsselbloem Anfang der 1990er Jahre in die Politik gegangen ist, hat er sich als „roter Ingenieur“, als Reformer seiner Partei einen Ruf gemacht. Für die Leitung der Euro-Gruppe hält sich der Niederländer an die Sparpläne seines luxemburgischen Vorgängers. Allerdings hat er in Richtung der Krisenländer auch betont, Solidarität stehe ganz oben auf seiner Liste.

Was man von dem neuen Euro-Gruppenchef erwarten kann und wie es insgesamt in der Eurozone weitergeht, haben wir mit dem Ökonomen Max Otte besprochen. Er ist dreimal zum Börsianer des Jahres gewählt worden und hat die Finanzkrise schon ein Jahr vor ihrem Eintreffen vorausgesagt.