Neustart | Kündigung

Bruch mit Vorgesetzten, nicht Unternehmen

06.04.2017

Eine Kündigung bedeutet sowohl für den Angestellten als auch für die Führungskraft eine enorme emotionale und psychische Belastung. Das kann nicht verhindert werden, aber zumindest gemildert. Dazu braucht es lediglich ein wenig Vorbereitung.

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Die Schuldfrage

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Eine Kündigung geht häufig mit dem Gefühl einher, dass man seinen Job nicht gut genug gemacht hat. Dabei gibt es viele Gründe, warum sich Unternehmen von langjährigen und geschätzten Kollegen verabschieden müssen. Kaum einer arbeitet heute noch in der Position, in der er gelernt hat. Unter Umständen kann der Verlust des Arbeitsplatzes sogar ein Gewinn sein. Vor allem, wenn der Angestellte sich bereits in die sogenannte „Innere Kündigung“ verabschiedet hat.

Innere Kündigung

Der Arbeitnehmer fehlt oft. Wenn er dann am Schreibtisch sitzt, ist er unmotiviert, desinteressiert und in sich gekehrt. Alles Anzeichen einer „inneren Kündigung„. Im Grunde bedeutet das nur, dass ein Mitarbeiter sich bereits von seinem Job innerlich verabschiedet hat. Er möchte diesen gar nicht weiter ausüben, hat keine Motivation weiterzumachen.

Aber der Leistungsdruck und die Angst davor, keinen neuen Job zu finden, sind so hoch, dass die Situation ausweglos scheint. Viele bleiben dann in ihrem Job, obwohl sie diesen überhaupt nicht ausstehen können. Studien zeigen, dass vor allem schlechte Führungspersönlichkeiten an dieser Unlust Schuld tragen.

Foto_Marco NinkMitarbeiter verlassen in der Regel nicht das Unternehmen, sondern die Führungskraft, unter der sie arbeiten. Wer kündigt, drückt sehr häufig aus, dass er mit seinem Vorgesetzten und seiner Führungskraft nicht einverstanden ist. Marco Ninkvom Gallup-Institut.  

Die daraus resultierende Unzufriedenheit geht manchmal so weit, dass es zu wirtschaftlichen Verlusten kommt. Deutsche Unternehmen könnten angeblich jährlich 105 Milliarden mehr Umsatz machen, wenn die Führungskräfte besser wären, so das Ergebnis der aktuellen Untersuchung des Meinungsforschungsinstitutes Gallup.

Vielschichtige Gründe

Doch es ist zu kurzsichtig, Führungskräften allein die Schuld zu geben. Häufig werden diese in ihrer Position nicht ausreichend geschult. Das zeigt sich zum Beispiel bei Kündigungsgesprächen. Mehrheitlich wird einfach nur ein Blick in die Personalakte des Mitarbeiters geworfen. Nur wenige suchen den Rat des eigenen Vorgesetzten und manche greifen einfach zu einer Checkliste. Das schlimmste: Ein gewisser Teil bereitet sich gar nicht vor. Für die betroffene Person ist eine Kündigung ein bedeutsamer Einschnitt in ihrem Leben. Neben dem Einkommen gehen damit auch ein geregelter Tagesablauf und soziale Kontakte verloren. Bei einer unglücklich gelaufenen Kündigung können die Folgen noch gravierender sein.

Dr. Manuela RichterDie Kündigung bedeutet sowieso schon psychische Belastung. Wird die noch schlecht überbracht, steigt das Risiko für psychische Erkrankungen. Was den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erschwert.Diplompsychologin Dr. Manuela Richterforscht seit Jahren zum Thema Kündigung. Foto: Jörg Pütz. 

Über die Bedeutung von Kündigungen, sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer, hat detektor.fm-Moderator Lucas Kreling mit Carina Fron gesprochen.


Im Podcast „Neustart“ sammeln wir alle Beiträge rund um Karriere und Beruf. Alle Folgen gibt es auch direkt bei itunes, Deezer und Spotify.


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