Neustart | Prokrastination für Fortgeschrittene

Wenn Putzen auf einmal Spaß macht

25.05.2017

Der wichtige Anruf, die Präsentation oder die Hausarbeit – das Aufschieben gehört bei vielen zum Alltag. Allerdings kann Prokrastination auch der Gesundheit schaden.

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Wo anfangen?

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Ein rotes Kreuz im Kalender. Es strahlt einem jeden Tag entgegen und weißt darauf hin, dass man den Bericht bald abgeben muss. Alle Ausreden, dem aus dem Weg zu gehen, hat man sich selbst oder dem Chef schon erzählt. Dennoch ist man gerade dabei, das Büro aufzuräumen, statt am Laptop fleißig zu tippen. Man weiß, man müsste sich mal darum kümmern, aber plötzlich werden andere Dinge wichtig. Mit diesem Gefühl leben rund ein Fünftel der Deutschen offenbar jeden Tag. Sie schieben wichtige Sachen immer wieder auf. Das versteckt sich hinter dem Begriff Prokrastination.

Dieses Gefühl betrifft häufig die Arbeit oder das Studium. Denn dort ist fast jeder mit Terminen und Druck konfrontiert. Doch die kleine Stimme im Kopf kann das Aufschieben oft nicht verhindern. Selbst wenn es nur darum geht, einfach mal anzufangen, scheint dieser erste Schritt häufig der schwierigste.

Krankhafte Züge

Aus diesem simplen Aufschieben können aber auch gesundheitsschädigende Folgen entstehen. Gerade bei Studierenden ist das sehr gut erforscht. Viele, die ihre Studienzeit sehr deutlich überziehen, leiden unter Depressionen. Das belegen mehrere Studien. Doch noch andere Langzeitfolgen sind möglich.

Eine Studie der Universitätsmedizin Mainz zeigt, dass wiederholtes Aufschieben von Wichtigem Folgen wie Stress, Depressionen, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung haben kann. Das Aufschieben kann so weit gehen, dass es im schlimmsten Fall zum Jobverlust kommt. Die Wissenschaftler haben für die Untersuchung der Prokrastination insgesamt 2.527 Teilnehmer zwischen 14 und 95 Jahren in Ost- und Westdeutschland befragt.

Prokrastination erkennen

Doch nicht jedes Aufschieben ist gleich gefährlich. Deshalb ist es wichtig, sich selbst kritisch zu hinterfragen. Wenn ich selbst immer wieder an den Punkt gelange, dass ich Menschen enttäusche und meine Arbeit vernachlässige, dann kann ich auch dagegen etwas tun. Bei der Selbstanalyse helfen kann zum Beispiel die digitale Prokrastinationsambulanz der Wilhelms-Universität in Münster. Hier wird das Problem wissenschaftlich untersucht.

Über die Gründe für Prokrastination und wie man dem begegnen kann, hat detektor.fm-Moderator Christian Eichler mit Carina Fron gesprochen.


Im Podcast „Neustart“ sammeln wir alle Beiträge rund um Karriere und Beruf. Alle Folgen gibt es auch direkt bei itunesDeezer und Spotify.


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