Ökostrom – nur gut für’s reine Gewissen?

06.12.2013

Ökostrom ist beliebt, gilt als sauber und verantwortungsbewusst. Viele rechnen damit, dass ihr grüner Strom direkt aus Deutschland kommt - und dass sie mit ihm wirklich etwas für die Umwelt tun. Doch ist dem wirklich so? Und ändert die Abschaffung des Grünstromprivilegs daran etwas?

So schön wie hier ist grüner Strom nicht immer. Foto: Comrade Foot/

flickr.com

Zum Ökostromanbieter wechseln und schon ist das Gewissen etwas leichter. Doch leider geht die Rechnung nicht so recht auf. Nur, weil man Ökostrom zahlt, kommt der noch lange nicht aus der Steckdose.

Ökostrom kommt nur selten wirklich aus Deutschland

ist Mitglied der Geschäftsleitung und für den Bereich Energie zuständig. 
© Verbraucherzentrale NRWUdo Sieverdingist Mitglied der Geschäftsleitung und für den Bereich Energie zuständig.
© Verbraucherzentrale NRW
 

Denn das Stromnetz unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Verträgen, egal ob Öko oder nicht. Zwar steigt der Ökostromanteil in der Gesamtmenge, wenn mehr Nutzer sich für diesen entscheiden – doch wo er ankommt, hat damit nichts zu tun.

Nun wird erneut über das Stromnetz diskutiert. Der Koalitionsvertrag sieht vor, die Energiewende zu bremsen und das Grünstromprivileg abzuschaffen.

Stellt sich die Frage: welche Konsequenzen hätte das für die Verbraucher, wenn die Stromanbieter die EEG-Umlage künftig voll zahlen müssen? Wird Strom wieder teurer?

Darüber haben wir mit Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gesprochen.

Der Strom sucht sich den kürzesten Weg. – Udo Sieverding