Offene Grenzen: sorgen Arbeitskräfte aus Osteuropa nun für ein Lohn-Dumping?

04.05.2011

Deutschland hat sich gewehrt, so lang es ging: nun sind die Grenzen für Arbeitnehmer aus Osteuropa offen. Droht mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit nun ein Billiglohn-Boom? Wissenschaftler haben Zweifel daran...

Die letzte politische Hürde ist Gefallen: Menschen aus Osteuropa dürfen zum Arbeiten nach Deutschland kommen. Droht nun der Einfall ganzer Horden von Billiglöhnern? / Michael Kappeler (ddp)

lehrt politische Soziologie an der Uni Leipzig.Prof. Dr. Sylke Nissenlehrt politische Soziologie an der Uni Leipzig. 

Seit dem 01. Mai ist nun auch der Weg nach Deutschland frei – Arbeitssuchende aus den EU-Ländern der Osterweiterung von 2004 kommen nun auch in den Genuss der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das heißt: Die Unionsbürger aus beispielsweise Polen, Tschechien oder den baltischen Staaten können auch ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland beschäftigt werden.

Deutschland hatte zusammen mit Österreich die maximale Übergangsfrist ausgenutzt – Gewerkschaften befürchten jetzt ein Lohndumping in bestimmten Branchen, die Wirtschaft hofft Fachkräfte ins Land zu holen.

Ob die Befürchtungen und auch die Hoffnungen berechtigt sind, dass weißt Sylke Nissen. Sie ist Professorin am Institut für Soziologie in Leipzig und hat sich in ihrem aktuellen Aufsatz „Gebremste Europäisierung des Arbeitsmarkts“ mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit beschäftigt.