“Offshore Leaks”: Mit Enthüllungen gegen die Intransparenz der Steueroasen

04.04.2013

Es hat die Bezeichnung "Scoop" wahrlich verdient: Weltweit haben Journalisten gemeinsam einen umfangreichen Datensatz ausgewertet und Geschäfte in Steueroasen aufgedeckt. Im Gespräch: Ein beteiligter Journalist und ein Wirtschaftswissenschaftler.

Auch das Fürstentum Liechtenstein bietet die Möglichkeiten eines Offshore-Finanzplatzes. Foto: Johannes Simon/ddp

Zusammenarbeit von Journalisten weltweit

Hinter dem Namen „Offshore-Leaks“ stehen 260 Gigabyte Daten: In knapp 2,5 Millionen Dokumenten sind die Daten von hunderttausenden Firmen und Privatleuten enthalten, die ihr Geld in sogenannten Offshore-Banken angelegt haben.

Bastian BrinkmannPlaner und Koordinator im News-Team der Süddeutschen Zeitung. 

Monatelang haben Journalisten weltweit daran gearbeitet, die enorme Datenmenge auszuwerten. Unter ihnen sind Vertreter des britischen Guardian, von Le Monde aus Frankreich und der Washington Post.

Die deutschen Journalisten, die in das Projekt des „Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten“ eingebunden waren, gehören zum Norddeutschen Rundfunk und zur Süddeutschen Zeitung.

Wie die Daten von „Offshore-Leaks“ ausgewertet wurden und ob sich Konsequenzen für die betroffenen Länder ergeben, darüber haben wir mit Bastian Brinkmann gesprochen. Er ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung.

Was wir an diesem Datensatz so interessant fanden – gerade weil er so groß ist – ist, dass er eine gewisse Systematik offenlegt, wie diese Offshore-Welt funktioniert. – Bastian Brinkmann


Das Konzept Offshore-Bank

260 Gigabyte Informationen über geheime Geschäfte: Unter dem Schlagwort „Offshore-Leaks“ werden nun die Ergebnisse monatelanger und weltweiter Recherchen veröffentlicht.

Am Wochenende hört ihr bei detektor.fm Musik zum Tanzen, Vorglühen oder um die eigene Party am Kochen zu halten.Hans-Peter Burghofist Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen. 

Im Fokus stehen vor allem Prominente, Firmen und Finanzinstitute, die Geld bei Offshore-Banken angelegt haben sollen.

Und die wiederum liegen oft in Ländern, die entweder wenige oder gar keine Steuern auf Geldanlagen und Finanztransaktionen erheben.

Wie das Geschäft der sogenannten Offshore-Banken funktioniert und wie es rechtlich zu bewerten ist, haben wir Hans-Peter Burghof gefragt.

Er ist Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Uni Hohenheim.

Auch die großen Institute müssen natürlich an diesen Märkten präsent sein – das gehört zum Geschäftsmodell dazu. Sie dienen Kunden, die diese Märkte nutzen. Deswegen sind sie da. Die Frage ist nur, ob sie sich damit auch in illegale Aktivitäten verwickelt haben. – Hans-Peter Burghof

Unter dem Namen „Offshore-Leaks“ sind Daten veröffentlicht worden, die ein gigantisches Netzwerk von Steuerhinterziehern enthüllt. In mehr als 170 Ländern haben Politiker, Prominente und Firmen ihr Geld angelegt.

Mehr als ein Jahr haben weltweit Journalisten mehrere Millionen Dokumente ausgewertet. Darunter Medien wie der Guardien oder die Washington Post.

In Deutschland waren dem Norddeutschen Rundfunk und der Süddeutschen Zeitung die Daten zugänglich.

Wie die Daten von Offshore-Leaks ausgewertet wurden und ob sich Konsequenzen für die betroffenen Länder ergeben, darüber sprechen wir mit Christof Giesing. Er ist Journalist bei der Süddeutschen Zeitung