Ohne Steuern ans Ziel: VW übernimmt Porsche und spart Milliarden

05.07.2012

Im ersten Moment könnte es empören: dem Staat sind schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro Steuergelder entgangen. Doch Gesetze, die man für Großkonzerne ändern würde, wären auch für den Mittelstand gültig.

Viel gespart: bei einer “Umstrukturierung” fallen, im Gegensatz zum “Kauf”, keine Steuern an. Foto: © Sascha Schuermann/dapd

sieht keine Gesetzeslücke, die geschlossen werden sollte.Ralf Thesingsieht keine Gesetzeslücke, die geschlossen werden sollte. 

Wie wäre es denn, wenn sie beim nächsten Einkauf mal keine Steuern zahlen müssten? Klingt verlockend? Volkswagen ist das nun offenbar gelungen.

Denn beim Kauf der Luxusmarke Porsche spart VW schlappe 1,5 Milliarden Euro an Steuern. Es fällt angeblich nur ein sehr geringer Betrag an. Denn offiziell ist es gar kein Kauf, sondern eine „Umstrukturierung“.

Umstrukturierungen im Betrieb müssen steuerneutral stattfinden. Diese Regelung wurde insbesondere für den Mittelstand geschaffen. – Ralf Stehling

Fast die Hälfte von Porsche hatte nämlich schon vorher zum Volkswagen-Konzern gehört.

Doch wie kann es sein, dass ein so großes Unternehmen einen solchen Deal einfädelt, ohne dem Staat Steuern zu überweisen?

Darüber sprechen wir mit Ralf Stehling. Er ist Fachanwalt für Steuerrecht und arbeitet in Niedersachsen – wo auch die Volkswagen AG sitzt – für den Bund der Steuerzahler.