Hamburg und Berlin im Rennen um Olympia 2024

"Haben wir überhaupt den Hauch einer Chance?"

04.11.2014

Die Debatte um die Olympiabewerbung Münchens liegt kaum ein Jahr zurück, da versuchen Hamburg und Berlin ihr Glück. Realistischer als in München ist das Vorhaben dennoch nicht.

Die Fußball-Europameisterschaft 2024, Olympia 2024 in Berlin oder Hamburg – Deutschland hat sich viel vorgenommen.

Können Hamburg und Berlin Olympia stemmen?

Die Organisation der Olympischen Sommerspiele ist ein Großprojekt, das nicht jeder den Städten zutraut. In Folge der Skandale rund um die Elbphilharmonie und den Flughafen BER ist eine gewisse Skepsis nicht unangebracht. Dennoch: Die Bewerbung ist vorerst beschlossene Sache. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 21. März 2015 entscheiden, ob nun Berlin oder Hamburg als Kandidat ins Rennen geht. Erst danach werden die Bürger gefragt, ob sie Olympia 2024 denn überhaupt wollen. Erst dann können sie mittels Bürgerentscheid in der jeweiligen Stadt für oder gegen die Ausrichtung stimmen.

Das Ziel aus den Augen verloren

2024 ist ein denkbar schlechtes Jahr für die Bewerbung des DOSB. Denn, dass Deutschland im selben Jahr Gastgeber der UEFA Fußball-Europameisterschaft sein wird, gilt als offenes Geheimnis.  Vor diesen Hintergrund scheint es unwahrscheinlich, dass das  Internationale Olympische Komitee (IOC) auch die Olympischen Spiele an eine der beiden Kandidaten vergeben würde. Zudem gehen die USA ebenfalls ins Rennen, deren TV-Sender NBC für 7,65 Milliarden Dollar die Übertragungsrechte der Spiele zwischen 2022 und 2032 gekauft und so die finanzielle Basis des IOC für Jahre gesichert hat.

Was erhofft sich der DOSB von der Bewerbung?

Warum der Olympische Sportbund trotzdem auf der Bewerbung beharrt, was das für die Städte bedeutet und wie die Bürger überzeugt werden sollen, darüber haben wir mit dem SZ-Sportredakteur Thomas Kistner gesprochen.

Thomas Kistner 37930Es ist vollkommen unerfindlich, warum sich Funktionäre aus aller Welt für eine Dauerparty in Deutschland entschließen sollten.Thomas Kistnerist Sportredakteur bei der Süddeutschen Zeitung und für seine investigativen Artikel über das Sportgeschäft bekannt