Perspektivenwechsel – Warum China die EU als “sterbenden Riesen” betrachtet

04.09.2012

Bisher hat China die Europäische Union als wichtigen Partner geschätzt. Doch während der China-Visite von Bundeskanzlerin Angela Merkel ertönte Kritik am Umgang mit der Krise und am Euro. Was hat es damit auf sich?

Bundeskanzlerin Merkel traf den chinesischen Premier Wen Jiabao und musste sich diesmal auch Kritik anhören. Foto: © Joerg Sarbach/dapd

„Europa – ein sterbender Riese.“ So bewerten chinesische Finanzmarktakteure die aktuellen Entwicklung. Zwar betonte der Premierminister Wen Jiabao, dass die chinesische Seite stets Zuversicht in den Euro hege. Doch wächst die Skepsis, ob die Krise langfristig überwunden werden kann. Das berichtet zumindest das Handelsblatt über die chinesische Kritik. Als Export-Markt ist Europa jedoch sehr wichtig für China. Wie lange noch wird China also in das unsichere Europa investieren?

Perspektivenwechsel

spricht mit detektor.fm über Chinas Europa-Kritik.Christian Dregerspricht mit detektor.fm über Chinas Europa-Kritik. 

Das europäische Modell beherbergt für China ungewohnte Bedingungen: Lange Verhandlungen zwischen den 17 Mitgliederstaaten und wenig Handlungsspielräume einzelner Staaten erschweren eine effektive Krisenbewältigung.

Die Lösung der Euro-Krise ist eben auch im chinesischen Interesse. – Christian Dreger

Als aufstrebender Wirtschaftsgigant machte China in den letzten Jahren größere Schritte als die ewig beratenden EU-Länder. Mit dem Staatsbankrott Griechenlands wächst die Befürchtung, es könnten weitere Länder kippen. Wie lange ist das noch für die chinesische Planwirtschaft attraktiv?

Im Interview

Christian Dreger hat mit uns über die Kritik Chinas und mögliche Auswirkungen gesprochen. Der Makro-Ökonom beschäftigt sich am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung mit der wirtschaftlichen Integration Chinas.