Portugal: Ein Licht am europäischen Schuldenhorizont?

27.06.2012

Die europäischen Mitgliedsstaaten im Süden sind seit Wochen negativ in den Schlagzeilen. Heute gibt es endlich einmal Grund zur Zuversicht, wenn auch nur für Portugal.

Portugal ist nicht nur beim Fußball auf einem guten Weg. Die Wirtschaftsreformen bringen das Land wieder auf Kurs. © Foto: Paul Zinken/dapd.

ist Fachbereichsleiter am Centrum für Europäische Politik.Dr. Matthias Kullasist Fachbereichsleiter am Centrum für Europäische Politik. 

Das Centrum für Europäische Politik (CEP) in Freiburg hat den Schulden-Index aktualisiert. Mit diesem Index soll es möglich sein, Vorhersagen darüber zu treffen, ob EU-Länder in Zukunft ihre Schulden tilgen können oder weiter von Zahlungen anderer Länder abhängig sind.

Warum macht man Schulden?

Generell wird davon ausgegangen, dass Länder Schulden aufnehmen, um diese „kapazitätssteigernd“ einzusetzen, also am Ende mehr Geld zur Verfügung zu haben. Vergleichbar ist das beispielsweise mit der Anschaffung einer neuen Maschine eines Betriebes. Zur Finanzierung werden Schulden aufgenommen. Mit der neuen Maschine kann der Unternehmer jedoch besser und schneller produzieren. Am Ende werden nicht nur die aufgenommenen Schulden beglichen, sondern der Unternehmer profitiert langfristig durch einen steigenden Gewinn.

Portugals Reformen funktionieren

Das Centrum für Europäische Politik hat die Jahresdaten 2011 für die GIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Portugal und Spanien) veröffentlicht und ist zu einem überraschenden Ergebnis gekommen. Portugal scheint dank mutiger Reformen das Schlimmste überstanden zu haben. Die Experten erkennen eine positive Entwicklung. Das CEP prognostiziert, dass – bei gleichbleibender Entwicklung – Portugal ab 2015 ohne ausländische Hilfsgelder auskommen könnte.

Was die anderen südlichen Euro-Länder von Portugal unterscheidet und welche Reformen für den Erfolg nötig gewesen sind, darüber haben wir mit Dr. Matthias Kullas gesprochen. Er ist einer der Herausgeber des Schulden-Indexes.

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