Prozess zu Elbvertiefung am Bundesverwaltungsgericht beginnt

Herr Fischer, Herr Fischer, wie tief ist das Wasser?

15.07.2014

Naturschützer und Wirtschaftsverbände können sich über die Vertiefung der Elbe nicht einigen und ziehen vor Gericht. Über den Ausbau muss das Bundesverwaltungsgericht entscheiden.

Vier Meter war die Elbe einmal tief. Inzwischen sind es 16 bis 19 Meter. Ob die Elbe nun von Hamburg bis Cuxhaven, wo sie dann in der Nordsee mündet, durchgängig auf 19 Meter vertieft wird, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Umweltorganisationen gegen Wirtschaftsverbände

Vor zwei Jahren haben der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gegen die geplante Elbvertiefung geklagt. Die Wirtschaftsverbände fordern einen Elbausbau und argumentieren mit der Konkurrenzfähigkeit des Hamburger Hafens. Die Umweltorganisationen prangern das als fahrlässig an. Denn die Elbe sei schon jetzt in keinem guten Zustand.

Eine Frage des Glauben?

Während die Umweltschützer befürchten, dass einzigartige Pflanzen aussterben, wollen die Stadt Hamburg und mehrere Wirtschaftsverbände die Elbe für Containerschiffe mit bis zu 13,50 Meter Tiefe schiffbar machen. Die Elbvertiefung könnte ein kostspieliges Infrastrukturprojekt werden, das sich aber dann später finanziell auszahlen soll. Die Schiffe sollen mit möglichst vielen Gütern beladen werden, damit die Schifffahrt möglichst wirtschaftlich ist, erklärt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Momentan gehe das nicht bei allen Schiffen.

Ob es nun zu der Vertiefung kommen wird, könnte am Ende ein Fall für den Europäischen Gerichtshof werden. Dort wird bereits um die Vertiefung der Weser verhandelt. Paul Schmid vom Bund für Umwelt- und Naturschutz beschäftigt sich schon länger mit der Elbe, ihren Pflanzen und Tieren. Wir haben mit ihm über die Folgen der geplanten Vertiefung gesprochen.

Paul SchmidHamburg hat einen wunderbaren Fluss hier, der darf aus unserer Sicht nicht auf dem Altar der Hafenwirtschaft geopfert werden.Paul SchmidExperte beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)