Psychische Belastung im Homeoffice

Mehr Autonomie, weniger Schlaf

Laut einer Untersuchung der AOK geben die meisten Arbeitnehmer im Homeoffice an, psychisch stark belastet zu sein. Gleichzeitig sind sie mit ihrer Arbeit zu Hause deutlich zufriedener als im Büro. Wie kann das sein?

Homeoffice: erschöpft, lustlos und nervös?

Das wissenschaftliche Ressort der Krankenkasse AOK hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass Arbeit im Homeoffice viele Menschen psychisch belastet. Demnach beschweren sich die Befragten vor allem über Erschöpfung, Nervosität, Schlafmangel und Lustlosigkeit. Das liegt laut der AOK daran, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit zu Hause stärker verschwimmt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden ihre Arbeitszeit auf den Abend oder sogar auf das Wochenende ausdehnen.

Man müsste beim Homeoffice ein paar Regeln beachten, dass man die Arbeitszeiten nicht zu stark ausdehnt, dass man eben auch ausreichende Ruhephasen hat. Die Batterien quasi wieder aufladen, um am nächsten Tag auch wieder gut arbeiten zu können. – Lutz Bellmann, forscht zum Arbeitsmodell „Homeoffice“

Trotzdem zufrieden?

Das Arbeiten von zu Hause kann aber auch viele Vorteile bringen. Besonders wenn man Kinder oder kranke Angehörige hat, um die man sich nebenher kümmert. Außerdem berichten viele Befragte, dass sie sich außerhalb des Büros besser konzentrieren können. Sie seien nicht so abgelenkt und würden mehr schaffen. Über diese Produktivität freuen sich die Arbeitnehmer, was sich wiederum positiv auf die Stimmung auswirkt. Demzufolge geben viele an, trotz der starken psychischen Belastungen mit ihrer Arbeit zufrieden zu sein.

detektor.fm-Moderatorin Marie Landes hat mit Lutz Bellmann darüber gesprochen, wie ein Arbeitsmodell aussehen kann, das flexibel und gleichzeitig weniger belastend ist. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und forscht zum Arbeitsmodell „Homeoffice“.

HomeofficeEs ist natürlich ein gewisses Maß an Selbstdisziplin erforderlich, die Einhaltung von Regeln im Team, sodass die Störungen im Homeoffice minimiert werden.Lutz Bellmannist Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 

Redaktion: Lena Jansen