Rating-Agenturen – Wer kontrolliert den Kontrolleur?

30.04.2010

Rating-Agenturen bewerten Unternehmen, Banken und sogar Staatsfinanzen. Ihr Urteil gilt als Gradmesser im weltweiten Finanzmarkt - doch wer kontrolliert die Agenturen?

Sorgen für Bewegung an Finanzmärkten: die Urteile der Rating-Agenturen. / © Martin Oeser (ddp)

Jens Rosenbaum - Der politische Einfluss von Rating-Agenturen

Der politische Einfluss von Rating-Agenturen

Jens Rosenbaum

(VS Verlag für Sozialwissenschaften, bereits erschienen)

ist u.a. Autor des Buches »Der politische Einfluss von Rating-Agenturen«.Jens Rosenbaumist u.a. Autor des Buches »Der politische Einfluss von Rating-Agenturen«. 

Spanien, Portugal, Griechenland – was diese drei Länder verbindet, ist nicht nur die Tatsache, dass sie als Urlaubsziele beliebt sind. Sie alle sind in den Strudel der Finanzkrise geraten. Nun sagt der normale Menschenverstand: das sind große europäische Länder, die können sich doch sicher Geld leihen. Und hier beginnt das Problem: ob sich ein Land am Finanzmarkt Geld leihen kann, bestimmen spezielle Agenturen: die bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken – und eben auch Staaten. Und sind damit zu einer Art TÜV für den weltweiten Finanzmarkt geworden. Wer von den Agenturen ein schlechtes Rating bekommt, der hat ein Problem.

Warum das so ist, das fragen wir jetzt einen Experten. Er kennt das Thema von beiden Seiten: von der politischen Seite, denn er ist Referatsleiter in der saarländischen Staatskanzlei – und auch als Volkswirt und Politikwissenschaftler, denn er hat er das Buch „Der politische Einfluss von Rating-Agenturen“ geschrieben: Jens Rosenbaum. Ihn fragen wir, wie die Agenturen arbeiten und ob Staaten nicht die besseren Kontrolleure wären.