Ratingagenturen: Zu viel Macht und zu wenig Kontrolle?

13.07.2011

Kaum jemand scheint in der Finanzwelt so mächtig zu sein wie die Ratingagenturen. Sie haben in der Euro-Krise schon mehrere Staaten in Schwierigkeiten gebracht. Irland ist das letzte Opfer. Haben diese Agenturen zu viel Macht? Welche Interessen verfolgen sie und wer kontrolliert sie überhaupt?

Ein möglicher Platz für eine europäische Ratingagentur: Bankenviertel in Frankfurt am Main. Foto: Patrick Sinkel / dapd.

lehrte Bank- und Börsenwesen bevor er 2006 Präsident des »Bayerischen Finanz Zentrums« wurde.Professor Wolfgang Gerke lehrte Bank- und Börsenwesen bevor er 2006 Präsident des »Bayerischen Finanz Zentrums« wurde. 

Die mächtigsten Ratingagenturen sind drei US-amerikanische Unternehmen. Sie sorgen in Europa derzeit für große Aufregung. Nach Spanien, Portugal und Griechenland folgt jetzt eine negative Bewertung für Irland.
Die amerikanische Ratingagentur „Moodys“ stufte die Kreditwürdigkeit des Landes gestern auf Ramschstatus herunter. Vor allem in Europa stehen die Agenturen nun in der Kritik.

Denn das Urteil der Ratingagenturen über die Kreditwürdigkeit eines Landes ist ein wichtiges Signal für die Finanzmärkte. Für schlecht bewertete Staaten wird frisches Geld von Banken und Anlegern immer teurer. Haben diese privaten Unternehmen zu viel Macht? Wer kontrolliert sie und wie kann sich Europa hier besser positionieren?

Das haben wir Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums in München, gefragt: