Saudi-Arabien will Aramco privatisieren und unabhängiger vom Öl werden

"Es gibt keinen Plan!"

09.06.2016

Bis 2030 möchte Saudi-Arabien nicht mehr vom Erdöl abhängig sein und hat deshalb eine gigantische Wirtschaftsreform verabschiedet. Die Kollegen von der Wirtschaftswoche sind nicht sonderlich überzeugt.

450.000 neue Arbeitsplätze, 63 Milliarden Euro

Die Einnahmen durch Ölexporte sinken, die Bevölkerung wächst und wird jünger. Bis 2030 will das Königreich Saudi-Arabien nicht mehr vom Erdöl abhängig sein und hat in dieser Woche eine umfangreiche Wirtschaftsreform beschlossen. 450.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, 63 Millarden Euro in den nächsten fünf Jahren investiert werden. Die Ölgesellschaft Aramco soll an die Börse.

Aramco: größter Börsengang der Welt

Bereits im April hat die saudische Regierung als Reaktion auf den enormen Preisverfall beim Öl die Privatisierung der staatlichen Ölgesellschaft Aramco verkündet. Prinz Mohammed sprach vom „größten Börsengang der Welt“. Außerdem soll der größte Staatsfont der Welt gegründet werden: 1,78 Billionen Euro sollen hineinfließen.

Städte, Steuern und Exporte

Konkret will das Wüstenkönigreich viel Geld einsparen: Vor allem die Gehälter von Beamten sollen sinken. Der Energieminister kündigte außerdem die Errichtung mehrerer Industriestädte an. In ihnen sollen später über 150.000 Menschen arbeiten. Außerdem soll ein neuer Werftenkomplex 80.000 Arbeitsplätzen entstehen lassen.

Ob die Reform Aussicht auf Erfolg hat, wie wichtig Öl und Aramco sind und inwiefern der Wandel die deutsch-saudischen Beziehungen betreffen, hat uns Hans Jakob Ginsburg von der Wirtschaftswoche erklärt.

Hans Jakob GinsburgStellen Sie sich vor, Sie verkünden jetzt ihrer Frau, Sie wollen in zwei Jahren dreimal soviel verdienen wie heute und das ist es dann. Das nennt man keinen Plan, das nennt man einen Wunsch!Hans Jakob Ginsburg Sonderkorrespondent der Wirtschaftswoche im Bereich Politik & Weltwirtschaft.