Schiefergas – der Ausweg aus der Klimakrise?

09.11.2010

Öl und Kohle gehen zur Neige und bereiten Klimaschützern Sorgen. Da kommt ein neuer Rohstoff gerade recht: Schiefergas. Bringt das die Rettung aus der fossilen Falle?

Enthält weniger CO2 und ist damit der fossile Brennstoff mit der geringsten Belastung: Erdgas.

Das Öl geht zur Neige. Keine neue Erkenntnis, und ein massives Problem. Denn die gesamten globalen Wirtschaftskreisläufe, aller Handel, aller Verkehr braucht das Öl. Die Suche nach alternativen Energien ist damit auch eines der bestimmenden Themen unserer Zeit: Windkraft, Wasserkraft, Solarenergie – alles wird ausprobiert, richtig zufriedenstellend ist im Moment noch keines. Da kommt ein neuer Rohstoff gerade recht, und auch noch einer, der lange eine eher zweitrangige Rolle in der Diskussion spielte: Gas. Genauer: Erdgas in Schieferstein.

Experte für Reichweiten fossiler Energien. / © LBSTDr. Werner ZittelExperte für Reichweiten fossiler Energien. / © LBST 

Hiervon hat man riesige Vorkommen entdeckt, die dank technischem Fortschritt seit kurzem nun auch förderbar sind. Und entsprechend schwergewichtig sind die Hoffnungen: „das Schiefergas könnte die Verbreitung der erneuerbaren Energien stoppen und die ganze Weltpolitik verändern“, schreibt zum Beispiel die Schweizer Weltwoche. Was dran ist, wollen wir mit einem Experten klären: Dr. Werner Zittel ist Physiker bei der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik und gilt als einer der international führenden Forscher für Reichweiten fossiler Energien. Warum die Fördermengen für Schiefergas wirklich steigen, welche Folgen das hat und ob Schiefergas ein Ausweg aus der fossilen Falle sein kann, erklärt Werner Zittel im Interview.