Schluss mit Werbelügen: EU verbietet irreführende Lebensmittelslogans

22.03.2012

Die EU will irreführende Werbung für Lebensmittel verbieten. In Zukunft dürfen Hersteller nur noch mit Aussagen werben, die wissenschaftlich belegbar sind.

Verbraucher sollen vor falschen Versprechungen geschützt werden. Foto: © Daniel Kopatsch / dapd

vom Verbraucherzentrale Bundesverband.Jutta Jakschevom Verbraucherzentrale Bundesverband. 

Lebensmittel, die damit werben die Abwehrkräfte zu stärken oder den Cholesterinspiegel zu senken, gibt es zuhauf. Damit soll jetzt Schluss sein. Die EU plant, solche Behauptungen zu verbieten, wenn sie sich wissenschaftlich nicht belegen lassen. Der Ausschuss für Verbraucherschutz im EU-Parlament billigte einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission. Die Kommission muss die Listen mit den verbotenen und erlaubten Slogans jetzt nur noch formal absegnen.

1600 gesundheitsbezogene Werbeslogans sind künftig unzulässig – zum Beispiel die Behauptung, dass probiotischer Joghurt das Immunsystem stärke. Die Werbeaussagen wurden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA überprüft. Nur rund 220 Werbesprüche schafften es auf die Liste der erlaubten Slogans, wie beispielsweise die Aussage „gut für die Verdauung“ für Kekse mit vielen Ballaststoffen.

Über irreführende Werbung haben wir mit Jutta Jaksche gesprochen. Sie ist Referentin für Ernährungspolitik und Lebensmittelqualität beim Verbraucherzentrale Bundesverband.