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Foto: CC0 1.0 | Redd Angelo / Unsplash

Schuhe als Wegwerfprodukt

Wie viele Schuhe braucht der Mensch?

Der Winter steht vor der Tür. Zeit für ordentliche Winterschuhe. Aber muss es immer gleich das neuste Modell sein oder taugt auch der Schuh vom Vorjahr?

Alle vier Monate neue Schuhe

Hast du denn auch ordentliche Winterschuhe?

Diesen Spruch kennen viele von der besorgten Mutter. Aber aus der Not, sich um festes Schuhwerk zu kümmern, ist über Jahrzehnte ein regelrechter Schuh-Tick erwachsen. Deutsche Frauen kaufen pro Jahr 4,1 Paar Schuhe, bei den Männern sind es 2,9 Paar. So steht es in der Statistik des deutschen Einzelhandels. Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov hat ergeben, dass Frauen im Schnitt 17,3 und Männer 8,3 Paar besitzen. Woher kommt dieses Übermaß an Schuhkonsum?

Die Schuhe aus China haben durchschnittlich einen Produktionswert von fünf Euro. Die werden im Discounter oder bei H&M oder Primark verkauft. – Tobias Börner, Shoepassion

Vom Bärenfell zum Sweatshop-Sneaker

Der Schuh ist eines der ältesten Kleidungsstücke. Bereits die Gletschermumie „Ötzi“ hat vor 5300 Jahren festes Schuhwerk getragen: Eine Kombination aus Hirschfell, Bärenfell und Gras hat die Füße vor Kälte geschützt. Der klassische Herrenschuh erblickt erst im 19. Jahrhundert das Licht der Welt und ist bis heute nahezu unverändert. Durch die Nähmaschine entstand die Schuhindustrie und erst die Erfindung des thermoplastischen Gummis im 20. Jahrhundert führt zum heutigen Sportschuh. Schuhe werden nicht mehr genäht, sondern verklebt: Damit ist nicht nur ihr Preis, sondern in der Regel auch ihre Qualität gesunken.

Viele Schuhe sind billig verklebt und halten deshalb nicht länger als eine Saison. Wenn die ein wenig Belastung ausgesetzt sind und noch Fußschweiß dazukommt, sind die schnell an ihre Grenzen gebracht. – Tobias Börner, Shoepassion

Alternativen zum Billig-Treter

Einige Unternehmen und Start-Ups sagen Billig-Schuhen den Kampf an; sie wollen einen bewussten und nachhaltigen Schuh-Konsum fördern. Eine Liste der besten nachhaltigen Schuhmarken gibt es online. Auch manche Großkonzerne setzen mittlerweile auf recycletes Material.

Tobias Börner arbeitet für das Versandhaus „Shoepassion„, das sich auf rahmengenähte Schuhe spezialisiert hat. Mit ihm hat detektor.fm-Redakteurin Juliane Neubauer über die deutsche Schuhindustrie gesprochen.

Tobias Börner - arbeitet beim nachhaltigen Schuhlabel "Shoepassion".

arbeitet beim nachhaltigen Schuhlabel „Shoepassion“.Foto: Shoepassion
Der Schuh ist zu einem Wegwerfprodukt unserer Gesellschaft geworden.Tobias Börner
Was sind uns unsere Schuhe wert? 05:48

Redaktion: Christian Eichler

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