Soziale Ungleichheit wächst

Der Kampf gegen Reichtum

02.02.2018

Die Reichen werden reicher, die Armen bleiben arm. Die extreme soziale Ungleichheit stellt weltweit ein ernsthaftes Problem dar. Muss Reichtum genauso bekämpft werden wie Armut?

Extreme soziale Ungleichheit

Die soziale Ungleichheit wächst. Diese Nachricht ist nicht neu. Doch inzwischen besitzt das reichste Prozent der Welt mehr als der gesamte Rest der Weltbevölkerung. 82 Prozent des globalen Vermögenszuwachs ging letztes Jahr an die Reichsten der Welt. Das Vermögen des ärmeren Teile der Weltbevölkerung hingegen stagnierte. Das hat die NGO Oxfam in einer Studie herausgefunden.

Es geht darum, dass man diese großen Ressourcen, die im Moment bei den Reichsten der Welt liegen, besser einsetzen könnte, wenn sie den Ärmsten zugutekommen würden. – Ellen Ehmke, Analystin für Soziale Ungleichheit bei Oxfam

Demokratie bedroht

Die Folgen von extremer globaler Ungleichheit seien, so Oxfam, katastrophal: Armut wird nicht überwunden und der soziale Zusammenhalt verringert sich. Dies bedroht folglich die Demokratie. Die Ungleichheit ist auch für die Ökonomie problematisch. Denn sie schwächt die Nachfrage und fördert die Marktkonzentration.

Das ist eine Struktur, ein wirtschaftliches Anreizsystem, das darauf ausgelegt ist, dass die Anteilseigner belohnt werden anstatt diejenigen, die arbeiten. – Ellen Ehmke

Reichtum bekämpfen

Oxfam fordert deshalb, nicht nur extreme Armut, sondern auch extremen Reichtum zu bekämpfen. Denn einen großen Teil der Verantwortung für die größer werdende Ungleichheit trage die Politik, so Oxfam. Sie soll handeln.

Unternehmen sollen an Steuervermeidung gehindert werden. Frauen und Männer sollen ein faires Einkommen erhalten. Und zusätzlich soll in die Bildung und Gesundheit weltweit investiert werden.

Über die Gründe für wachsende globale Ungleichheit und die Forderung, Reichtum zu bekämpfen, hat detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Ellen Ehmke gesprochen. Sie ist Analystin für Soziale Ungleichheit bei Oxfam.

EllenEhmke_OxFamEs geht auch gar nicht immer darum, das Geld direkt jemand anderem zu geben, sondern davon öffentliche Strukturen zu schaffen – wie Schulen, wie eine öffentliche Gesundheitsversorgung – die allen Menschen zugutekommen. Ellen Ehmkeist Analystin für Soziale Ungleichheit bei Oxfam. Foto: Oxfam 

Redaktion: Amelie Berboth