Deutsche Startups aus amerikanischer Sicht

Nur einer von zehn wird erfolgreich sein

04.03.2015

Deutschland ist ein Land der Innovationen. Doch die Gründerszene in Deutschland ist mit den USA nicht auf gleichem Stand. Deutsche Startups kämpfen mit einer Kultur des Scheiterns und mangelndem Zugang zum Kapital.

Laut Innovationsindikator liegt Deutschland auf dem sechsten Platz unter 28 Nationen. 2014 gab es fast 900.000 neue Gründungen. Die deutsche Gründerszene ist vor allem männlich und in Berlin angesiedelt. Die meisten Startups werden im Team gegründet und 81 Prozent der Gründer haben einen Hochschulabschluss.

Deutschland in den Kinderschuhen

Deutschland und die USA sind wirtschaftlich gelichermaßen erfolgreiche Nationen. Laut einer repräsentativen Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag des Versicherungskonzerns Axa genießen Unternehmensgründer in Deutschland ein höheres Ansehen als Angestellte.

Zudem sind sogar mehr Deutsche theoretisch bereit ein Unternehmen zu gründen als US-Amerikaner. Unter den 25- bis 34-Jährigen trauen sich 47 Prozent der Deutschen zu, ein Startup ins Leben zu rufen, in den USA sind es 41 Prozent. Doch während Deutschland auf die Entwicklung der etablierten Wirtschaftszweige setzt, blüht in den USA die Gründerszene.

Amerikanische Startups profitieren von einem leichteren Zugang zum sogenannten Venture Capital, dem Risikokapital, das eine junge Firma zum Start dringend benötigt, um sich am Markt zu etablieren. Dies zeigt sich beispielsweise im Bereich IT- und Internetstartups. Hier betrug die Summe der Gesamtinvestitionen  im Jahr 2013 in Deutschland 254,8 Millionen Euro. In den USA belief sich der Wert auf rund 14 Milliarden Euro.

detektor.fm-Moderator Alex Hertel hat mit Michael Goldberg über die Startup Bedingungen in Deutschland und den USA gesprochen. Michael Goldberg unterrichtet den Onlinekurs „Beyond Silicon Valley: Growing Entrepreneurship in Transitioning Economies“, hat selbst in Startups investiert und lehrt an der Case Western Reserve University über Unternehmerschaft und Innovationen.

Studiogast_einzelneEs ist sicherlich eine Einstellungssache. Die Mehrheit der Leute werden scheitern. Die Unternehmer, die scheitern, werden aber einiges dazu lernen und vermutlich beim nächsten Versuch erfolgreich sein.Michael Goldberg leitet den Onlinekurs Beyond Silicon Valley: Entrepreneurship in Transitioning Economies und lehrt an der Case Western Reserve University