Oxfam-Studie zur Spekulation mit Lebensmitteln: Moral oder Kapital?

09.05.2012

Es leben momentan mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Jeder Siebente davon muss hungern. Die Gründe für Hungersnöte sind vielschichtig und viele der Faktoren lassen sich nur schwer bekämpfen. Ein großes Problem sind Spekulationen mit Nahrungsmitteln.

Besonders für Menschen in Entwicklungsländern ist der Börsen-Handel mit Grundnahrungsmitteln ein echtes Problem. Foto: © U.S.Airforce/Stephan Schester/dapd

Autorin der StudieChristine PohlAutorin der Studie 

Neben natürlichen Problemen sind einige Ernährungsprobleme auch von Menschen gemacht. Termingeschäfte mit Nahrungsmitteln können ein Auslöser für Hungersnöte sein. Denn große Unternehmen bestimmen durch An- und Verkäufe auf den Warenbörsen weltweit die Preise für Lebensmittel.

Was für die Unternehmen extrem gewinnbringend sein kann, ist für Menschen in Entwicklungsländern häufig eine Katastrophe. Oftmals können sie die höheren Preise für Lebensmittel nicht zahlen. Denn viele leben weit unter dem Existenzminimum. Viele Menschen zahlen 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel.

Fast alle deutschen Banken spekulieren mit Nahrungsmitteln. – Christine Pohl, Oxfam.

Die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam hat heute die Studie „Mit Essen spielt man nicht!“ veröffentlicht. Dabei geraten erneut auch deutsche Finanzunternehmen in die Schusslinie. Warum, darüber haben wir mit Christine Pohl gesprochen. Sie ist eine der Autorinnen der Studie.

Der Nahrungsmittelhandel und die Spekulationen damit bedeuten für viele Menschen Hunger oder sogar den Hungertot. – Christine Pohl, Oxfam.