Was wichtig wird | Mitarbeiter sind unzufrieden

Keine Fans für schlechte Chefs

15.12.2016

Nur jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich emotional an sein Unternehmen gebunden. Das ist schlecht fürs Binnenklima und auch eine reale Gefahr für die deutsche Wirtschaft.

Wirtschaft

Realität abseits des Startup-Ideals

Die Firma als Wohlfühloase, als Lebensinhalt und Ersatzfamilie: So in etwa sieht aktuell das Ideal guter Unternehmensführung vor. Google, Apple und viele junge Startups machen es vor. Doch deutsche Unternehmen machen es ihnen offenbar nur selten nach.

Das zeigt die aktuelle „Fanfocus-Studie“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens „focus!„. Das hat untersucht, wie viele Arbeitnehmer „Fans“ ihrer Unternehmen sind, sich also emotional an sie gebunden fühlen. Das ernüchternde Ergebnis: nicht einmal jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland fühlt sich als Fan.

KerstinDaemonGanz viele sagen, ich fühle mich einfach nicht Wert geschätzt, wenn sie etwa Überstunden machen, weil die Auftragslage gut ist. Wobei keiner eine Umarmung und ein Küsschen will, sondern nur ein Danke. Nur das kommt viel zu selten.Kerstin Dämonsieht die Chefs in der Pflicht, mehr für die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter zu tun. Foto: privat 

Mitarbeiter: Unzufriedenheit als Gefahr

Als häufigsten Grund gaben die Befragten schlechte Mitarbeiterführung an. Chefs würden zu sehr an Hirarchien hängen und ihren Mitarbeitern nicht genug Anerkennung entgegenbringen. Außerdem haben viele Befragte das Gefühl, nicht genug Möglichkeiten zu bekommen, sich in ihrem Job weiter entwickeln zu können.

Die Unzufriedenheit wird zur Belastung für die Unternehmen. Durch die Digitalisierung sind ihre Mitarbeiter mobiler als früher. Wem das Arbeitsumfeld nicht passt, der zieht einfach zu einem besseren Arbeitgeber weiter. Und wenn der nicht in Deutschland sitzt, wird die Unzufriedenheit der Mitarbeiter auch zum volkswirtschaftlichen Problem.

Woran das liegt, was Arbeitnehmer glücklich macht und welche Gefahren den Unternehmen drohen hat Kerstin Dämon von der WirtschaftsWoche im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Alexander Hertel erklärt.


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