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Tabubruch oder Rettungsanker? EZB kauft Staatsanleihen im großen Stil

Europa versinkt in der Schuldenkrise – und die Europäische Zentralbank greift ein. Sie kauft Staatsanleihen von Krisen-Ländern auf. Warum das ein Tabubruch ist, der zum Problem werden könnte…

Prof. Christoph Schmidt - ist Präsident des RWI und einer der fünf Wirtschaftsweisen. / Foto: © Julica Bracht/RWI

ist Präsident des RWI und einer der fünf Wirtschaftsweisen. / Foto: © Julica Bracht/RWI
Prof. Christoph Schmidt

Es ist wie ein Strudel, der sich dreht und dreht – und immer mehr Ländern geraten in seinen Sog. Die Schuldenkrise bringt immer mehr Staatshaushalte ins Wanken. Seit rund einer Woche reagieren auch die Börsen mehr als nervös.

Die Europäische Zentralbank will hier dafür sorgen, dass sich die Märkte beruhigen. Sie tut dies, indem sie Staatsanleihen aufkauft: erst griechische, irische und solche aus Portugal. Seit kurzem jetzt auch Anleihen aus Spanien und Italien. Und genau das ist ein Tabubruch und heftig umstritten: Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber ist zum Beispiel aus genau diesem Grund zurückgetreten.

Welche Befürchtungen mit dem Anleihenkauf durch die EZB verbunden werden, fragen wir Professor Christoph Schmidt, Direktor des Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung und Mitglied des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ der Bundesregierung, besser bekannt als die fünf Wirtschaftsweisen.